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Tad Stones und das Geheimnis von König Midas

Plakat zum Animationsfilm "Tad Stones und das Geheimnis von König Midas" mit allen Beteiligten.

Bild (c) 2017 Paramount Pictures Germany.

„Las aventuras de Tadeo Jones“ ist ein Animationsfilm aus dem Hause Lightbox Animation Studio. Der Film kam im August 2012 in die spanischen Kinos und war mehr als ein Achtungserfolg. Paramount Pictures hatte für „Las aventuras…“ in Spanien -, weitere Verleiher wie StudioCanal oder Belga Films für Frankreich, Belgien oder den Niederlanden die Distribution übernommen. Weltweit konnte er allein in den Kinos knapp 60 Mio. US-Dollar einspielen. Bei einem Budget von „nur“ 5 Millionen Euro. Nach dem großen Erfolg nicht nur in Spanien war die Entscheidung für eine Forsetzung schnell gefallen. Nur sollte Titelheld Tadeo Jones diesmal nicht von Spanien sondern von Chicago aus auf Entdeckertour gehen.

Titelheld Tadeo Jones, den die deutschen Kinder- und Animationsfilmfans nur von der DVD kennen können (weil er in Deutschland nicht im Kino lief) und der von Atlas Film den Namen „Tad Stones“ bekam, wohl auch, um die unübersehbaren Parallelen zu einem ähnlich klingenden Archäologen (Indiana Jones) etwas zu kaschieren, ist Bauarbeiter und eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben auf der Baustelle. Dabei wäre er, so viel wissen wir bereits aus Teil 1, viel lieber ein Archäologe. So wie seine Freundin Sara Lavrof, mit der Tad bereits einen Inkaschatz vor dem gefährlichen Ganoven Kopponen ausfindig machen und vor ihm retten konnte.

Tad ist ein liebenswürdiger aber etwas tollpatschiger Kerl. Wenn er nicht schuftet, dann kümmert er sich um seinen treuen Hund Jeff oder studiert Archäologie. In seinem zweiten Abenteuer „Tad Stones und das Geheimnis von König Midas“ will er seiner Freundin Sara, die gerade in den USA groß rauskommt und sogar das Titelblatt von „National Geographic“ ziert, seine Liebe gestehen. Was sich natürlich schwieriger gestaltet als erwartet.

Szene aus dem Animationsfilm "Tad Stones und das Geheimnis von König Midas"Wie passend, dass Sara ihn eines Tages anruft, um ihn zu einer Konferenz einzuladen. Na klar, da zögert der verliebte Tad nicht lange. Auf der Konferenz allerdings wartet auf Tad, Sara, Jeff und Co. bereits das nächste Abenteuer. Ein paar Gangster planen, das wertvolle Pergament zu stehlen, das Sara der Öffentlichkeit vorstellen wollte. Doch Sara wird entführt. Von der Bande um den gierigen Millionär Jack Rackham. Sie soll ihm helfen, die Glieder einer magischen Kette zu finden, die König Midas einst seine Macht verlieh.

Der erste Teil der machtspendenden Kette soll in Spanien versteckt sein. Und dass Tad nicht nur die Kette finden sondern ganz „nebenbei“ auch noch seine Liebste befreien will, ist Ehrensache. Auf seinem Trip wird er neben seinem Hund Jeff und einem Papagei auch noch von einer ziemlich durchgeknallten Mumie begleitet, die im Film für viele kuriose Situationen und Lacher sorgt. Und genau darin liegt das Problem. Mit den zahlreichen Problemen, Ambitionen und zwischenmenschlichen- sowie -tierischen Auseinandersetzungen ist der Film so voll gepackt, dass sich das Drehbuch der drei spanischen Autoren in vielen Einstellungen lediglich von Witz zu Witz ab-arbeitet.

Die tollpatschige Mumie als Flamenco-Tänzerin bzw. als Elvis-Double sowie der Zweikampf zwischen Hund Jeff und Papagei machen zwar Spaß und sorgen für Lacher bei den Allerkleinsten. Doch das Stakkato der zahlreichen Einfälle wirkt bisweilen albern und übertrieben. Nur in wenigen Momenten wird die Dramatik der Artefakt-Suche oder gar das Talent des Hauptdarstellers sichtbar, wenn es denn dann mal um Archäologie gehen soll. So erweist sich Tad Stones einmal mehr als billige und überflüssige Kopie eines Kino-Helden, den auch die jüngsten in der Originalversion längst ins Herz geschlossen haben.

 




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