SIEGER UND VERLIERER

Ralf Möllenhoff – Weltpremiere von `Dead Eyes Open` beim 17. Filmfest in Lünen

Hintergründe

voller kinosaal luenen

Voller Kinosaal Lünen

Er war der heimliche Publikumsliebling in Lünen und niemand hatte vorher damit gerechnet. Außer Festivalleiter Michael `Mike` Wiedemann vielleicht, der in Ralf Möllenhoffs Zombie-Film „Dead Eyes Open“ eine Sprechrolle übernommen hatte. Ein Zombie-Film in Lünen? Dem Festival für deutsche Filme? Wiedemann legte auch in diesem Jahr den Schwerpunkt seines Festivals ganz bewusst auf den regionalen Bezug. Ein Wagnis, dass mit sowohl thematisch als auch qualitativ sehr unterschiedlichen Werken schon in seinem ersten Jahr als Festivalleiter aufgegangen war. Seine geglückte Ausrichtung konnte man nicht nur an der positiven Resonanz des Publikums auf dem 16. Festival des deutschen Films ablesen, sie honorierten dies auch mit noch häufigeren Besuchen der ansonsten sehr spärlich besuchten Festivalfilme.

Mike Wiedemann und Ralf Möllenhoff kennen sich gut. Für den Festivalleiter ist der Lüner Regisseur ein Geschenk. Möllenhoff ist ein Kind der Stadt und hat mit seinem zweiten Film „Dead Eyes Open“ ein in der Szene viel beachtetes Werk hingelegt. Was sicherlich auch an der, lange vor der Weltpremiere, veröffentlichten Ankündigung gelegen haben mag, dass der „Godfather“ des Zombiefilms himself, George A. Romero, einen Gastauftritt in Möllenhoffs Film hat. Doch wer ist Ralf Möllenhoff? Möllenhoff ist ein alter Hase in Lünen. Der Regisseur kam 1970 in Lünen an der Lippe auf die Welt. Seine Liebe zum klassischen Horrorfilm wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Zahlreiche Poster und Filmplakate der Familie hinterließen einen bleibenden Eindruck.

ralf moellenhoff

Ralf Möllenhoff

Mit sechs Jahren bastelte er an seinem ersten Kurzfilm, mit Frankenstein-Latexmaske und der Super-8 Kamera des Onkels. 1978 sollte dann ein einschneidendes Jahr für Ralf Möllenhoff werden. George A. Romero schuf den Zombieklassiker „Dawn of the Dead“, unter Fans auch als „Zombie im Kaufhaus“ bekannt, und legte so den Grundstein für weitere Filme im Horror/Splatter Genre.

Nach einigen Kurzfilmen wie „R.I.P“ – dieses Projekt realisierte er auch als eineinhalbstündige Langfassung mit seinem Freund und Kollegen Detlev Klewer – entstand 1996 der Werbe-Trailer „High Noon in Lünen“ für das ebenfalls in seiner Heimatstadt stattfindende Kinofestival. Mit diesem konnte er sich für die gelungene Regie-Assistenz sowie für die Spezial-Effekte und Requisite auszeichnen. Ebenfalls auf dem Festival lief seine Langfassung von „R.I.P – Bis zum Morgengrauen“ als viel gefeierte Weltpremiere.

1996 wurde die „R.I.P. – independent – production“ gegründet, die sich alsbald für den Vertrieb der eigenen als auch anderer Filme verantwortlich zeigte. Heute ist Ralf Möllenhoff selbständig im Bereich Musik, Werbung und Film tätig. In der letzten Zeit entstanden diverse Drehbücher, wie das von „Dead eyes Open“. Sowie neue Ideen, wie z.B sein neustes Projekt, der Horrorfilm „The Fear Concept“, das in nächster Zeit realisiert werden soll.

Der Startschuss zu seiner Low-Budget Produktion „Dead Eyes Open“, die wieder im grobkörnigen Super 8 Material inszeniert werden sollte erfolgte im Jahr 2005.
Ganz im Stil der 70/80er Jahre Horror-/Splatter-/Zombie-Filme angesiedelt und ohne Digital-Effekte auskommend steuerte die Kult-Punk-Combo „Abwärts“ zum zweiten Mal einen Soundtrack zu seinem Film bei. Ralf Möllenhoff, der sich inzwischen als Independent-Regisseur einen Namen gemacht hat, scheiterte bislang an dem Versuch, Gelder von Filmstiftungen zu bekommen. Dies konnte jedoch seinen Ehrgeiz, das Projekt zu realisieren, nicht stoppen.
Der junge Regisseur kratzte seine Ersparnisse zusammen, trommelte eine Gruppe Laiendarsteller herbei, und fing mit einem Budget von 10.000 Euro, in und um Lünen, im Sommer 2005, mit den Dreharbeiten an.

Als besonderes Highlight kann man, wie schon erwähnt, gewiss den Kurzauftritt von dem „Godfather des Zombiefilms“, George A. Romero ansehen, der mittlerweile mit seiner Zombie-Quadrology („Night Of The Living Dead“, „Dawn Of The Dead“ , „Day Of The Dead“ und „Land Of The Dead“) mehr als Kultstatus erreicht hat.

Am 16.11.2006 erblickte „Dead Eyes Open“, morgens um 04.00 Uhr gerade rechtzeitig und fertig geschnitten, das Licht der Welt. Der „Zombie“ Film sollte am Abend, auf dem „17. Festival für deutsche Filme in Lünen“ als Weltpremiere und krönender Abschluss des ersten Tages präsentiert werden. Der Film konnte durch seine blutigen Splattereinlagen sowie mit dem Genre-typischen Humor überzeugen, und erwies sich noch am selben Abend als großer Publikumsliebling. Man wird noch viel von ihm hören!




Hier das ganze Interview mit Ralf Möllenhoff während der Abschlussgala, 17. Filmfest Lünen…



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