INTERVIEWS UND HINTERGRüNDE

Kinobesuch von `Noviembre` (Spanien 2003) – Münster, 15.12.2005

Theater im Kino




Der charismatische Alfredo (überzeugend: Oscar Jaenada) gründet – angeödet von den seltsamen Methoden der Schauspielschule – mit einigen gleich gesinnten Freunden die Straßentheater-Gruppe „November“. Eines ihrer manifestierten zehn Gebote lautet: Nimm niemals Geld für deine Darbietung. Nach anfänglichen Späßen in der U-Bahn werden die Vorführungen immer provokanter, bis es nach einem gespielten Attentat in der belebten Innenstadt zu den ersten Verhaftungen kommt und schließlich in einem Auftrittsverbot für die Gruppe mündet. Erzählt wird die Geschichte von den inzwischen älter gewordenen Schauspielfreunden, die sich an die aufregende Zeit mit der Truppe „November“ gerne erinnern. Die provokanten Auftritte der Gruppe werden quasi-dokumentarisch eingeschoben. Regisseur und Drehbuchautor Mañas versucht mit dem Film, den Zuschauer in die Irre zu führen, Konventionen zu durchbrechen und Reaktionen auszulösen. Was ihm eindrucksvoll gelingt. Auf den Spuren von Lars von Triers Idioten dokumentiert er dabei den Niedergang eines provokativen Konzeptes, das nicht zuletzt an inneren Widersprüchen scheitert. Sehenswert.



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