INTERVIEWS UND HINTERGRüNDE

Kaufen, leihen oder laden? 10 Jahre Filmgenuss Zuhause

Logos von verschiedenen DVD VersandhäusernMehrfilm.de wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Vierzehn Filmfans waren Anfang 2000 einer Anzeige in einem Stadtmagazin gefolgt und hatten sich zusammengesetzt, um gemeinsam im noch relativ jungen Internet ein neues Online-Portal zu starten. Auf die Namenssuche folgte die Anmeldung der Seite, dann die Programmierung und das Design sowie zuletzt die Eingabe der Inhalte. Auf die Rezeption der reproduzierenden Kunst sollte die Rezension folgen. Für viele ein neuer und ein mutiger Schritt.

Doch die Rezeption begann bei den meisten Filmfans bereits viele Jahre vor der ersten Online-Kritik. Das einzige Motto: Filme, Filme, nichts als Filme. Egal ob auf Festivals, in Pressevorführungen und Previews sowie in den „normalen“ Kinovorstellung, Ort und Zeit spielten keine Rolle, wir lieben Filme und schauen sie gerne und oft. Darüber hinaus ging und geht noch heute der Filmkonsum – wie es sich für einen begeisterten Cineasten gehört – zuhause weiter. Egal ob Filme von der guten alten VHS-Kassette, gekauft, aufgenommen oder geliehen, von der DVD, von der Festplatte oder mittlerweile von der Blu-ray, die Quellen scheinen dieser Tage, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, nahezu unermesslich. Doch das war nicht immer so.

Grund genug, angesichts des Jubiläums, zurück zu blicken. Wer sieht wie und wo Filme? Was hat sich im Laufe der Zeit geändert? Und woher kommen die Filme? An dieser Stelle ein kleiner, nicht repräsentativer Überblick über den Filmkonsum von Filmfreunden in einer wenig medienaffinen Stadt wie Münster. Mit allen Vor- und Nachteilen:

Entwicklung VHS, DV Kassette

(c) pixelio

1. Die VHS-Kassette. Ende der 70er Jahre sahen viele Experten mit dem Einzug der VHS-Kassette in die deutschen Haushalte das große Sterben der Kinos voraus. Als sich das VHS-Format gegen den Konkurrenten Betamax durchsetzte und man ohne großen Aufwand Kinofilme zuhause sehen konnte, schossen die Videotheken und Videoabteilungen in Elektro-Großmärkten wie Pilze aus dem Boden. Natürlich erschien der Film in den Geschäften auf VHS immer mit einem gewissen Verzug (am Anfang 6 Monate, später drei Monate) gegenüber dem Kinostart, wodurch umgangen wurde, dass der Fernseher dem Kinoerlebnis den Rang abläuft. Jeder Filmfan hatte noch weit bis in die 90er einen Videorekorder zuhause. Es wurden im gleichen Maße Filme gekauft wie aus dem TV-Programm aufgezeichnet. Je größer die Anzahl der Filme auf VHS, desto größer oft das Ansehen unter den Cineasten.
Vorteile: Kinderleichte Aufzeichnung und Archivierung der Filme.
Nachteile: Platzbedarf, Aufwand, nachlassende Qualität der Bänder bei mehrmaligem Abspielen und längerer Archivierung

 

2. Die Videothek. Mit dem Videorekorder kamen erst die verschiedensten Formate wie Video2000, Betamax und VHS auf den Markt. Dabei lautete der Werdegang auch hier – wie so oft in der Unterhaltungsindustrie: Am Anfang steht der große Hype, dann die verschiedenen Formate und am Ende ein Hersteller, der sich durchsetzt. Im Bereich Video hieß der Sieger VHS. Und damit zogen in den 80ern die Videotheken in die Innenstädte. Immer mehr Filme im VHS-Format wurden angeboten. Je nach der Höhe des Taschengeldes und Umfang des Geldbeutels wurde in den 80ern und 90ern rege gekauft und später untereinander getauscht. Das Geschäft mit dem Magnetband lief blendend, die Videotheken konnten ihren Geschäftsbereich – bis heute – immer weiter ausbauen. Neben dem umfangreichen Angebot von Filmen auf unterschiedlichsten Formaten (VHS, DVD, Blu-ray) findet der Filmfan in „seiner“ gut sortierten „Thek“ heute oft zudem noch Spiele für die Spielkonsole, Zeitschriften, Fachliteratur und einen kleinen Kiosk mit Kaffee, Kaltgetränken, Gebäck und Süßwaren. In der Studentenstadt Münster hatten die Studierenden noch in den so genannten „Nuller-Jahren“ bei einem kaum überschaubaren Angebot die Qual der Wahl und konnten ihre Filme unter einem Dutzend Videotheken auswählen.

Bei dieser großen Auswahl war seitens der Betreiber also Cleverness gefragt. Wer zudem einen Lieferservice anbieten konnte oder ein Bundle mit einem Pizzaservice oder einem Café einging (die Pizza, den Donut bzw. den Salat zur DVD), dieser Anbieter stand auch die schwierige Phase der Branche zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch. Ihn gibt es heute noch. Zudem heißt es auch in dieser Branche: Qualität vor Quantität.
Vorteile: Meist riesige Auswahl, der Gang wird zum „Event“, Beratung, ein Preis – ein Wort, Lieferservice möglich
Nachteile: Der/die doppelte Gang / Fahrt in die Stadt und später wieder zurück, Gefahr des Vergessens dadurch höhere Preise, Anfangs oft mit Mitgliedsbeitrag

3. Der VHS/DVD-Versand. Die großen Verleihfirmen und findige Geschäftsleute hatten Mitte der 90er Jahre das Potenzial, das noch im Filmkonsum für Zuhause steckte, schnell erkannt. Die DVD löste nach und nach die große und schwere VHS-Kassette ab. Plötzlich schossen mit dem Einzug des Internets in den Privathaushalt die DVD-Online-Shops wie Pilze aus dem Boden. Jeder Filmfan wollte plötzlich den bequemen Lieferservice und die Bestellung am eigenen PC von zuhause aus genießen. Große Versandhändler wie Netleih (später Videobuster), Videodrom, Amazon oder Close-Up bauten so rasend schnell ihr Sortiment aus, dass Verlagshäuser und Anbieter wie Bertelsmann, JPC oder WOM auch ein Stück vom Kuchen abhaben wollten. Zu Beginn der Nuller-Jahre war die Zahl der Online-Verleiher mit unzähligen Namen wie beispielsweise Amango (jetzt auch: Videobuster), Lovefilm oder Alphamusic kaum mehr zu überblicken. Heute heißen die Platzhirsche Lovefilm, Momox und Emusic.
Vorteile: Große Auswahl, keine Wege mehr, kinderleichte Bestellung
Nachteile: Keine Filmberatung, oft mit Abo verbunden, Warten auf die VHS/DVD/Blu-ray

MovieMixx DVD-Automat4. Der DVD-Automat. Mit der Automatisierungswelle Ende der 90er Jahre mieteten clevere Geschäftleute kleine Räumlichkeiten an, um darin einen DVD-Automaten aufstellen zu können. Das Verfahren musste nicht lange erklärt werden, schließlich hatte zu dieser Zeit jeder schon mindestens einmal Bargeld am Automaten abgeholt oder seine Wäsche in einem Waschautomaten gewaschen oder getrocknet. Doch die Anzahl der Automaten hielt sich zu Beginn in Grenzen. Viele Geschäftsleute scheuten die hohen Kosten für die teuren Selbstbedienungs-Automaten. Nicht so Anbieter wie MovieMaxx, MovieMixx und Co.. Die Kosten für die Geräte waren rasch amortisiert, Personalkosten gibt es keine, nur der Ertrag musste die Ladenmiete und die Wartung übersteigen. Doch vor allem die Ladenmiete wurde meist in Grenzen gehalten, schließlich sind DVD-Automaten nie in zentraler Innenstadt-Lage zu finden. Heute bieten selbst große Tankstellenketten den DVD-Verleih über DVD-Automaten an. Das Geschäft boomt. Nur Cineasten findet man an DVD-Automaten wegen der massenkompatiblen Filmauswahl eher selten.
Vorteile: Kinderleichtes Auswählen, schneller Zugriff, meist geringe Kosten
Nachteil: Geringe Auswahl, keine Filmberatung, der/die doppelte Gang / Fahrt zum Automaten und später wieder zurück, Gefahr des Vergessens dadurch höhere Preise

5. Filme übers Internet: Video on Demand. Im Jahr 2001 startete das Telekommunikations-Unternehmen Arcor den ersten deutschen Filmdienst im Internet. Inzwischen sind etwa ein Dutzend Anbieter auf dem deutschen Markt aktiv. Dazu zählen Namen wie In2Movies, One4Movie, Itunes, Videoload oder Maxdome. Die meisten Anbieter setzen dabei auf das Modell Pay-per-view: Für eine Gebühr zwischen 50 Cent und vier Euro können die Benutzer einzelne Filme, Kurzfilme oder Serien-Episoden in den meisten Fällen 24 Stunden lang beliebig oft betrachten. Das Prinzip ähnelt also dem DVD-Verleih. Einige Anbieter setzen dabei zudem auf das Download-to-own-Geschäftsmodell: Käufer können, nachdem sie die Videodatei heruntergeladen haben, diese behalten und unbegrenzt oft abspielen. In den meisten Fällen muss dazu allerdings ein Windows-Betriebssystem installiert sein, denn fast alle Anbieter schützen ihre Daten mit einem sog. DRM (Digital Rights Management), um den Tausch der Dateien zu unterbinden.

Wer Filme gratis im Netz sehen will, der musste bisher zwangsläufig auf illegale Quellen wie das im Juni 2011 zerschlagene Kino.to zurückgreifen. Doch als die User- und Downloadzahlen dieser illegalen Quellen veröffentlicht wurden, rieben sich die Verantwortlichen der großen Portale die Augen und hosten seitdem immer öfter ganz legal und kostenlos echte Blockbuster und kleinere Filmperlen im Internet. Dazu zählen Seiten wie MyVideo, MSN Video oder auch Videoload.
Vorteile: Keine Wege mehr, günstige Preise, kinderleichte Bestellung, keine Hardware außer PC nötig
Nachteile: Installation der richtigen Software (Windows Media Player, ITunes), unsicheres Herunterladen, abhängig von der Geschwindigkeit der Leitung, begrenzte Auswahl, DRM, oft mit Abo

Fazit: Filmfreunde, die sich intensiv mit dem Medium beschäftigen und dementsprechend viele Filme sehen, gehen in erster Linie gerne und oft ins Kino. Das heißt aber nicht, dass in den eigenen vier Wänden kein Filmkonsum mehr stattfindet. Die Rezeption hat aber in den letzten Jahren eine Entwicklung erlebt, die in dieser Form vielleicht nicht mehr so schnell auftreten wird. Das Kino hat diese Entwicklung und diesen Wandel überlebt. Die Qualität der Filmvorführung, die moderne Kinopaläste heutzutage anbieten, lässt sich nur sehr schwer oder mit viel Aufwand auf dem eigenen Fernseher bzw. dem PC-Monitor erzeugen. Deshalb sind für viele Filmfans, und dazu zählen auch die Freunde und Mitarbeiter von Mehrfilm, eine große Auswahl des Anbieters und der schnelle Zugriff auf die Produkte eine zwingende Voraussetzung für den Filmkonsum.

Wer seinen Film in der Videothek seines Vertrauens oder bei seinem DVD-Versand gefunden hat, der freut sich auch über eine dezidierte Auswahl guter Pizza-Lieferanten, die er am Beispiel Münster beim Lieferservice Münster als deutschlandweite Plattform finden kann, da man hier unter einer großen Auswahl an verschiedenen Lieferdiensten / Gerichten wählen kann. Bestellen Sie sich doch zur DVD ein Abendessen nach Haus? Mehrfilm.de empfiehlt z.B. den Lieferservice in Münster von Lieferheld, weil jeder Filmfan hier genau wie bei der DVD-Auswahl eine große Auswahl an Service zur Übersicht bekommt. Denn jeder weiß genau, welchen Film er sehen und welche Pizza er bestellen will. Dadurch sind im Jahr 2011 der Kauf einer DVD/Blu-ray im (meist günstigsten) Online-Versandhandel, ein guter und sicherer Service oder der Gang in die gut sortierte Videothek mit dem Wissen, dort den Wunschfilm mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bekommen, die ersten Anlaufstellen für jeden Filmfan. Ein großes Angebot ist heutzutage von allergrößter Bedeutung.



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