INTERVIEWS UND HINTERGRüNDE

Der Rape and Revenge Film – Das Rape and Revenge Genre

Plakat zum Film The Last house on the LeftWes Cravens „The Last House On The Left“ bildet 1972 den Startschuss für ein neues Film-Genre. Den “Rape and Revenge” Film. Die Story und Handlung ist sehr einfach gestrickt, generell sind es junge Frauen die von einem oder mehreren Menschen gequält, gefoltert und vergewaltigt werden. Die Opfer nehmen, soweit sie überlebt haben, grausame Rache an ihren Peinigern.

In „The Last House On the Left”, sind es zwei 17jährige Freundinnen, die von einer Bande Kriminellen (darunter Kultstar des Genres: David Hess) gejagt, gefoltert und getötet werden. Hier sind es die Eltern eines der Mädchen, die Rache an den Peinigern nehmen. Da es nicht wie bei „I spit on your grave“ (Ich spuck auf dein Grab) das Mädchen selber ist, das Rache nimmt, so sollte man doch Wes Cravens Film als Wegbereiter für die kommenden Filme des Genres sehen.

„I spit on your Grave“, von Meir Zarchi aus dem Jahre 1978, zählt zu den bekanntesten und wohl eindringlichsten Filmen des „Rape and Revenge“ Genres. Eine junge Frau, die sich zum Schreiben eines Romans in ein abgelegenes Sommerhaus zurückzieht, wird von einer Horde sexlüsterner Männer mehrmals missbraucht. Nach einiger Zeit ist der Hass dermaßen groß, dass sie selber zur eiskalten Killerin wird und die Männer einem nach dem anderen grausam und brutal zur Strecke bringt.

Cover Cruel PictureAnsonsten ist der Schwedische „Rape and Revenge“ Film „A cruel Picture“, vom Schwedischen Regisseur Bo Arne Vibenius, der den Streifen 1974 inszenierte, noch zu erwähnen. Der Film sorgte in den 70ern, durch seine Gewalt und Hardcore– Porno- Einlagen, für ziemlich viel Furore. Mittlerweile ist der Film einer größeren Fangemeinde bekannt geworden. Nicht zuletzt wegen der Tatsache, das Quentin Tarantinos Film „Kill Bill“ doch sehr stark an „A cruel Picture“ angelehnt ist und er selber auch keinen Hehl daraus macht, das er ein großer Bewunderer des Filmes sei.
Die Story ist im Prinzip die gleiche, junge Frau missbraucht, unter Drogen gesetzt, zur Prostitution gezwungen, lernt Kampfsport und mit Waffen umzugehen und beginnt, Rache an ihrem „Zuhälter“ und Kunden zu nehmen. Nicht zuletzt ist die Augenklappe von Elle Driver (Daryl Hannah) in „Kill Bill“ ein Augenwink nach Schweden, trägt doch die junge Frau eben diese in „A cruel Picture“.

DVD-Cover MuttertagMan sollte noch „Muttertag“ von Charles Kaufman anführen, der 1980 in der legendären „Troma“-Schmiede entstand. Als Satire auf den „American Way of Life“ angesehenen Film, werden drei junge Frauen, die zu einem Wochenend-Trip in den Wäldern Amerikas aufgebrochen sind, von einer Mutter und ihren zwei debilen Söhnen verschleppt. Die Mutter ergötzt von dem Anblick, während die beiden Männer die jungen Frauen bis aufs übelste missbrauchen und quälen. Natürlich gelingt den dreien die Flucht, eine lässt dabei ihr Leben. Voller Hass schlagen daraufhin die beiden überlebenden Frauen zurück, um Rache zu nehmen.

Einige Filme sind sehr realitätsnah und/oder im Doku-Stil gedreht. Die vielen Gewaltszenen sind oft sehr eindringlich und hart umgesetzt, was schon für viele umgedrehte Mägen gesorgt haben soll. Nicht umsonst waren oder sind noch einige Filme des Genres beschlagnahmt, indiziert oder stark geschnitten, weil sie der Zensur doch zu sehr gewaltverherrlichend waren.

Einerseits freut das Herz eines Sammlers, dass einige Firmen wie XT-Video Entertainment „Uncut“-Fassungen auf DVD auf den Europäischen Markt bringen. Andererseits sollen diese „offiziell“ nur in der Schweiz oder Österreich zu bekommen sein. In Deutschland sollte man aufpassen, dass man nicht eine verstümmelte 16er-Fassung in die Hände bekommt, und sich danach wundert warum um diese Filme so viel Wirbel gemacht wird, weil einfach zuviel gekürzt wurde.
Nichtsdestotrotz sollte man nicht außer Acht lassen, dass diese „Selbstjustiz“ Filme einen faden Beigeschmack haben. Wenn Soziopaten aufs harmlose Spießbürgertum losgelassen werden, und Selbstjustiz der einzige Ausweg scheint. Sollte man die Filme doch eher als Gesellschaftskritik verstanden wissen und nicht gleich als Sadismus interpretieren.



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