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Countdown zum 15. Filmfestival Münster!

Motiv 15. Filmfestival Münster 2013Die Münsteraner lieben das Kino. Immer noch. Denn auch nach der umstrittenen Umstrukturierung der Kinolandschaft in den „Nuller-Jahren“ taucht die Studentenstadt weiterhin regelmäßig oben in den „Kinobesuch pro Einwohner-in-D“-Listen auf. Hunderte Fahrräder, die ansonsten das Stadtbild prägen, parken zahlreich vor den nunmehr nur noch drei Kinos in der Stadt, nicht nur an den beliebten Kinotagen Dienstag und Freitag. Fahrrad statt Taxi, Stadtteilauto statt Limousine. Das ist typisch. „Sehen und gesehen werden“, Pomp und Glamour passen so wenig zur Kulturlandschaft in Münster wie Sekt ins Fußballstadion, das zeigt auch das alle zwei Jahre stattfindende Filmfestival. Wenn der Film – oder viel mehr noch der Kurzfilm – in Münster gefeiert werden, dann soll das Publikum auf seine Kosten kommen. Und das tut es auch. Doch das Filmfestival in Münster ist kein A- und auch kein B-Festival, es ist in erster Linie ein Publikumsfestival.

Szene aus dem eröffnungsfilm Filmfest Münster 2013 Die Erfindung der Liebe

Szene aus „Die Erfindung der Liebe“

Am 09. Oktober ist es wieder soweit. Der rote Teppich wird entstaubt. Die Pforten des Festivalkinos werden blank poliert. Die 15. Ausgabe eröffnet am kommenden Mittwoch der Spielfilm „Die Erfindung der Liebe„. Ein deutscher Film von Lola Randl, der  bereits 2012 ins Kino kommen sollte. Doch noch während der Dreharbeiten starb die Hauptdarstellerin (Maria Kwiatkowsky), Regisseurin Lola Randl baute den Film um und erschuf einen neuen Film aus dem alten Material. Und das ist nicht die einzige erwähnenswerte Geschichte zu einem der Festivalfilme im Wettbewerb.

Aus 560 Einreichungen hat das kleine Team um Festivalleitung Nicky Schulte über 100 Kurz- und Langspielfilme ausgewählt. „Seit Mai sichten wir die Filme“ verrät die Festivalleiterin auf der Pressekonferenz und „seitdem habe ich keinen Film mehr im Kino gesehen. Dabei gehe ich so gerne ins Kino.“ Auf der Pressekonferenz, die in einer Bäckerei stattfand, waren sechs Pressevertreter anwesend. Fernsehkameras und Blitzlichtgewitter? Fehlanzeige. In Münster werden kleinere Brötchen gebacken. Für Festivalleiterin Nicky Schulte heißt das einmal mehr: Noch mehr Eigeninitiative, noch mehr Arbeit, die zudem auch von Praktikanten erledigt werden muss. „Wir müssen mit einem noch kleineren Budget als beim letzten Mal auskommen“ gibt sich Nicky Schulte kämpferisch. „Dabei werden in dieser Stadt kleinere Projekte mit ganz anderen Mitteln subventioniert“.

Aus der Not eine Tugend machen, das hat auch bei der letzten Auflage, dem erfolgreichen Jubiläum in 2011 (30 Jahre Filmwerkstatt Münster) bereits ganz hervorragend funktioniert. Knapp 6.500 Besucher durften zahlreiche Welt- („Unter Bauern“) und Deutschlandpremieren in den vier Kinosälen des Cineplex bestaunen. Die beliebten Sektionen „Unheimlich & Böse“, „Doks“, „Short Matters“ und „Münster-Connection“ wird es deshalb auch bei der 15. Auflage wieder geben. Im bekannten europäischen Spielfilmwettbewerb werden diesmal acht ausgewählte Langspielfilme um ein Preisgeld – und in der neuen Reihe „Filmreif – Kurze für Teens“ zahlreiche tolle Kurzfilme um die Gunst des jungen Publikums, sprich um den Publikumspreis kämpfen.

Szene aus  dem Film We are what we are

Szene aus „We are what we are“

Filmfans und Cineasten sollten sich, so die Festivalleitung, vor allem die Deutschland-Premiere des schaurigen US-Remakes „We Are What We Are“ von Jim Mickle, aber auch das Endzeit-Drama „The Fifth Season“ von Peter Brosens sowie „Love Eternal“ von Brendan Muldowney aus dem Spielfilmwettbewerb im Kalender markieren. Diese Highlights gehören sicherlich zum Pflichtprogramm jedes Festivalbesuchers. Besonders gespannt darf man zudem auf die glänzend bestückte Dokumentarfilmreihe sein – wie alle Filme des Festivals dem Thema „Zeit“ gewidmet –, in dieser zählen die Dokus „The End of Time“ von Peter Mettler und „Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Florian Opitz zu den Highlights.

Ein Programmpunkt hat aber bereits im Vorfeld medial höhere Wellen geschlagen: Besonders stolz präsentierte Festivalleiterin Nicky Schulte die erstmalige Zusammenarbeit der federführenden Filmwerkstatt mit der Kunsthalle Münster. Vom 05. bis zum 31. Oktober wird die Ausstellung „One of us can be wrong“, kuratiert von Katja Kottmann und Dino Steinhoff, im Speicher II am Hafen in Münster zu sehen sein. Die Ausstellung zeigt sieben Positionen zeitgenössischer und historischer Video- und Medienkunst und stellt Fragen nach den Auswirkungen und Rückbezügen des digitalen Mediums auf Skulptur, Raum, Malerei, Performance und Architektur im Wandel der Jahrzehnte. Sicherlich nicht nur für die zahlreichen Grafik-Design- und Architektur-Studierenden ein „Must See“ in diesen Tagen.

Also, liebe Studierenden und/oder Fahrradfahrer, auf an den Hafen nach Münster, der Vorverkauf hat bereits begonnen! Das Wichtigste für ein Publikumsfestival sind bekanntlich die Besucher. Und die sollen zahlreich kommen. Wer zudem gerne einen kurzen Plausch mit beispielsweise der Schauspielerin Julia Hummer („Absolute Giganten“, „Crazy“) oder dem auf dem Internationalen Filmfestival in Oldenburg mehrfach ausgezeichneten Schauspieler und Regisseur Tom Lass („Kaptn Oskar“, auch im Wettbewerb) führen möchte, beide übrigens in der Jury für den Kurzfilmwettbewerb, der sollte sich beeilen, die Karten für die Kurzfilmblöcke sind stets schnell vergriffen.

Wir von mehrfilm.de werden nicht nur vor Ort sein, Carsten Happe hat die Filme (mit)ausgesucht, Patrick (Wildermann) hat die Texte im Katalog geschrieben, Gian-Philip (Andreas) wird (mit) moderieren und ich werde vom 09. bis zum 13. Oktober über die bekannten Wege (Blog, Facebook, Twitter) online Bericht erstatten bzw. kommentieren. Also, wir lesen und sehen uns!

Weitere Infos zum Festival findet ihr natürlich bei uns und auf der Homepage des 15. Filmfestival Münster!

 

  



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