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6. Russische Filmtage Münster ab 14.03.

Bild (c) Presse Filmclub Münster.

Bild (c) Presse Filmclub Münster.

Nein, aus Russland kommen keine positiven Nachrichten dieser Tage. Das hält aber die Organisatoren der „Russischen Filmtage“ nicht davon ab, in Münster und Düsseldorf bereits zum sechsten Mal aktuelle Spielfilme aus dem großen Reich im Osten zu zeigen. Eine gute Entscheidung? In Tagen, in denen selbst russische TV-Moderatorinnen und Theatermacher einen Boykott ihrer Produkte und künstlerischen Leistungen außerhalb der Landesgrenzen fordern?

Schade, dass bisher kein namhafter russischer Künstler oder Filmemacher ein Statement zu den jüngsten Vorgängen (auf der Krim) abgegeben hat. Vielleicht finden sich jedoch Hinweise über das Arbeiten im heutigen Russland in den sechs Spiel- und/oder vier Kurzfilmen, die die Veranstalter der „Russischen Filmtage“, die Russische Gesellschaft NRW e.V. sowie die Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen Münster / Münsterland e.V. in Zusammenarbeit mit dem Filmclub Münster und des Filmmuseums Düsseldorf in den jeweiligen Städten zeigen wollen. Am Freitag, den 14. März soll sich der erste Vorhang öffnen.

Die Schirmherrin, die Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung in NRW, Frau Svenja Schulze sowie der Schirmherr der Filmtage, Dirk Elbers, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, werden nicht müde zu betonen, dass Filme ein „hochsensibles Verständigungssystem“ (Zitat Schulze) für „aufgeschlossene Mitmenschen“ (Zitat Elbers) sind, die „Einblick in Lebens- und Weltinterpretationen als Spiegel der Gesellschaft unseres großen, schwierigen Nachbarn“ (Zitat Schulze) geben. Das ist sicher richtig. Ergo, sollten wir vielleicht erst zuschauen und dann diskutieren? Keine einfache Frage in diesen Tagen.

Bild (c) Russische Filmtage.

Bild (c) Russische Filmtage.

Die Auswahl, die getroffen wurde, klingt einmal mehr sehr verheißungsvoll: Zur Eröffnung der Filmtage in Münster wird der Gewinnerfilm des Internationalen Filmfestivals von Cottbus und Publikumsliebling des Russischen Filmfestivals in London, „Der Geograf hat den Globus versoffen“ gezeigt. Der Autorenfilm von Alexander Weledinski stellt einen jungen Biologen vor, der aus Geldnot als Geografielehrer arbeitet und nicht nur mit seiner Berufung sondern auch mit den Schülern und der Schulleitung kämpft, bis eine „Rafting-Tour“ mit seiner Klasse zu einer „seelischen Reinigung“ wird. Ab Freitag, 14.03. 19 Uhr im Schloßtheater Kino in Münster. Ab Samstag, 15.03. 20 Uhr im Black Box – Kino im Filmmuseum Düsseldorf.

Ein weiteres Schaustück aus der jüngsten russischen Filmhistorie märchenhaft turbulenter und grotesker Komödien heißt „Vor uns die Sintflut“ von Taisia Igumentsewa. In der Weltuntergangs-Komödie, in der ein fiktives russisches Dorf die letzten Stunden der Menschheit feiert, und die den Untertitel „Ein apokalyptisches Märchen“ trägt, dürften wohl auch die nicht-russischen Besucher einen tiefen Einblick in die Seelen und Sehnsüchte russischer Dorfbewohner bekommen. Ab Sonntag, 16.03. 18 Uhr im Schloßtheater Kino in Münster.

In „Mope – Das Meer“ geht es um einen jungen Fotografen aus Moskau und einer jungen Küstenbewohnerin der Kola Halbinsel, die sich erst noch finden müssen. Die junge Regisseurin Alexandra Strelyanaya war mit ihrem Debüt bereits auf mehreren Filmfestivals zu Gast und zieht „mit poetischen Bildern das Publikum in den Bann der einfachen Schönheit der Natur“ (Zitat Pressetext). Ab Freitag, 21.03. 19 Uhr in Münster und ab Donnerstag, 25.03. 18 Uhr in Düsseldorf.

Der Regisseur des Films „Short Stories – Erzählungen„, Schriftsteller Michail Segal, wird am 21.03. nach Düsseldorf (und am 23.03. nach Münster) kommen, um seinen zweiten Spielfilm persönlich dem Publikum vorzustellen. In seiner Satire geht es um einen jungen Schriftsteller (!), dargestellt vom russischen Leadsänger der Band „Kasta“ Wladislaw Leschkewitsch, dessen vier Kurzgeschichten auf mysteriöse Weise die Leben derjenigen beeinflussen, die die Erzählungen lesen. „Erzählungen“ ist (zum Glück) eine Satire, die Missstände in der russischen Gesellschaft aufdeckt. Klingt spannend, vor allem im Zusammenhang mit dem angesetzten Publikumsgespräch.

Bild (c) Presse Filmclub Münster.

Bild (c) Presse Filmclub Münster.

Die Nichtstuer“ aus dem Jahr 2011 von Andrej Sajzew erzählt von zwei Freunden, die das Leben auf den Dächern St. Petersburgs lieben, bis die Liebe in ihr Leben tritt – leider in Form ein und desselben Mädchens. Ab Sonntag, 23.03. 15:30 Uhr in Münster und 20:00 Uhr in Düsseldorf.

Den Abschluss bildet – na klar – ein russischer Stummfilm. Diesmal aus dem Jahr 1926. „Die Mutter“ heißt er und ist die Bebilderung eines gleichnamigen Maxim Gorki-Romans. Als die Mutter ihren Sohn, der Waffen für die Aufständischen im Revolutionsjahr 1905 versteckt hält, verrät, will sie ihn, der im Schnellprozess verurteilt wurde, an der Seite der Revolutionäre rächen. Die musikalische Untermalung liefert die international bekannte Formation „Duo SeidenStrasse“. Am Samstag, 29.03. in Düsseldorf und am Sonntag, 30.03. 16 Ihr mit einer Finissage im Schloßtheater in Münster.

Die Eintrittspreise für die jeweiligen Filme starten ab 4 Euro, weitere Informationen dazu und zu den Filmtagen findest Du auf der Homepage zum Event.

 

Trailer zum Film „Short Stories – Erzählungen“ von Michail Segal:

 



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