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„Being Erica – Alles auf Anfang“ – Staffel 1-4

Serie_being_ericaVon Serien aus dem Hause BBC Worldwide ist der Serienfan in der Regel sehr hohe Qualität gewohnt. Sie werden stets mit viel Liebe, großem Etat und sehr aufwändig produziert. Die Drehbücher haben Tiefe und die Charaktere werden sehr fein gezeichnet und über die Staffeln sorgsam weiterentwickelt. So gehören unter anderem auch „Sherlock Holmes“ und „Downton Abbey“ zu den Highlights des BBC-Worldwide-Serien-Kosmos innerhalb der letzten Jahre. Die CBC-Produktion „Being Erica – Alles auf Anfang“ für BBC Worldwide bildet da keine Ausnahme. Trotzdem liefen die ersten drei Staffeln recht unbeachtet vom deutschen Massenpublikum auf Nebenkanälen im Fernsehen (auf Zdfneo).

Inzwischen sind aber die ersten drei Staffeln auf Amazon Prime im Originalton auf Englisch (nur 1. Staffel) oder auf Deutsch synchronisiert verfügbar. Alle 4 Staffeln können außerdem auf YouTube angesehen werden (z.B. hier: http://www.youtube.com/user/calum9978/videos). Die 4. Staffel wurde bisher jedoch noch nicht im deutschen Fernsehen, respektive auf Zdfneo, ausgestrahlt und ist auch auf Amazon prime noch nicht verfügbar.

„Being Erica“ spielt im kanadischen Toronto des Jahres 2008. Im Mittelpunkt der Serie steht Erica Strange, Anfang 30, gerade mal wieder arbeitslos geworden. Sie war trotz gutem Masterabschlusses in Literatur in einem unerträglichen Job im Call Center angestellt, ist eben von ihrem neuen Freund in strömendem Regen versetzt worden und landet zu Beginn der ersten Folge depressiv und völlig durchnässt in einem kleinen Coffeeshop. Eine Kette unglücklicher Umstände führt zu einer Hyperventilation und endet schließlich im Krankenhaus. In dieser Situation wird sie von Dr. Tom, einem Arzt und Therapeuten, gefunden, der ihr die „einzige Therapie anbietet, die sie je brauchen wird“…

Was passiert?

Erica ist sich sicher, dass sie ihr Leben verpfuscht hat, weil sie reihenweise falsche Entscheidungen getroffen hat, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Dr. Tom bietet ihr einen Deal an: Durch die Therapie verspricht er ihre Probleme zu lösen unter der Bedingung, dass sie nicht aussteigen darf. Was sie noch nicht weiß: Dr. Tom versetzt Erica in die Zeit zurück an die Momente, an denen sie glaubt, ihr Leben mit einer falschen Entscheidung verpfuscht zu haben. Erica durchlebt diese Situationen ein zweites Mal und hat die Chance, sich diesmal anders zu verhalten und ihre Zukunft damit zu verändern.

Was passiert wirklich?

Sind wir selbst immer Herr unseres eigenen Schicksals und haben es durch unsere Entscheidungen selbst in der Hand? Oder passiert der Lauf der Dinge einfach mit uns und wir haben entweder Glück oder Pech? Um diese Frage kreist die Serie „Being Erica“ von Jana Sinyor, weil Erica immer wieder in Situationen gelangt, in der sie sich auch zum zweiten Mal trotz besseren Wissens „falsch“ entscheidet. Teils, weil sie nicht anders kann und die nötige Skrupellosigkeit nicht aufbringt, teils, weil sich scheinbar falsche Entscheidungen doch als richtige Entscheidungen erweisen. Dr. Tom, überzeugend dargestellt von Michael Riley, zwingt Erica immer wieder, mutig zu sein, sich Situationen zu stellen und sie selbst zu sein. Das erweist sich als der Schlüssel zu einem guten und erfolgreichen Leben für sie selbst.

Und schließlich auch für ihre Freunde und ihre Familie. Zwar ist die Serie inzwischen fast zehn Jahre alt, der Plot mit der Parallelwelt und der „Was wäre wenn“-Ausgangsidee nicht neu aber qualitativ ist „Being Erica“ eindeutig eine der originellsten, spannendsten, besten Serien der letzten Zeit, nicht nur wegen der äußerst sympathischen und vor allem besonders Serien-erprobten („The L-World“, „Supernatural“) Hauptdarstellerin, der Kanadierin Erin Karpluk. Der „Was wäre wenn“-Plot ist thematisch zeitlos und die Geschehnisse um Erica bergen hohes Suchtpotential. Am Ende der letzten Staffel hat man das Gefühl, eine gute Freundin verloren zu haben. Daher unbedingt „Being Erica“ versuchen!

 




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