AKTUELL IM KINO

Jun 2017
20
wunderbare Garten der Bella Brown, Der

Natur? Mit etwas so Chaotischem kann die ordnungsverliebte Bibliothekarin Bella Brown nichts anfangen. Blöd, dass sie der miesepetrige alte Nachbar (Tom Wilkinson, " Michael Clayton ") bei der Hausverwaltung anschwärzt: Ihr Garten sei zu verwildert. Bella hat nun einen Monat Zeit, die Beete zu ordnen. Regisseur Simon Aboud hatte so etwas wie eine britische Variante von " Die fabelhafte Welt der Amélie " im Sinn, der deutsche Verleihtitel winkt auch sichtlich mit dem Zaunpfahl. Statt Audrey Tautou darf darin "Downton Abbey"-Star Jessica Brown Findlay die verschroben-süße Außenseiterin geben, die es mit drei Typen zu tun bekommt: Mit dem Wutrentner von nebenan freundet sie sich irgendwann an, ein Koch mit Zwillingstöchtern (Andrew Scott, der Moriarty aus der TV-Serie "Sherlock") nistet sich bei ihr ein, und der nerdige Erfinder Billy (Jeremy Irvine) bietet sich als romantische ... Weiterlesen

KRITIK

Loving

Bild (c) 2017 Universal Pictures Germany. Am 12. Juni 1967 erklärte der Oberste Gerichtshof der USA alle Gesetze für unwirksam, die Ehen zwischen Angehörigen verschiedener Rassen verbaten. Noch heute wird diese entscheidende Weichenstellung in der Geschichte der Bürgerrechte "Loving Day" genannt ­– und alljährlich gefeiert. Warum das so ist, erzählt dieser erfreulich unaufgeregte und herausragend gespielte Film. Richard Loving ist der Name jenes weißen Bauarbeiters, der sich im ländlichen Virginia der späten 1950er-Jahre in seine schwarze Bekannte Mildred verliebt. Weil eine Ehe nach dem "Racial Integrity Act" nicht erlaubt ist, werden beide aus Virginia verbannt. Ihre drei Kinder müssen sie in Washington aufziehen. Der damalige ... Weiterlesen

AKTUELL IM KINO

Wonder Woman

Bild (c) 2017 Warner Bros. Germany. Auf Filmen wie "Wonder Woman" liegt dieser Tage ein unfairer und massiver Erfolgsdruck: Das Produkt muss sowohl bei den Kritikern und Fans erfolgreich sein als auch an den Kassen einschlagen, damit Actionfilme mit weiblichen Superhelden in den weltweiten Kinos eine Zukunft haben. Auch die Frage, ob weibliche Regisseure bei so großen Blockbustern in naher Zukunft Regie führen dürfen, wird an Filmen wie "Wonder Woman" gerne festgemacht. Die DC-Comicverfilmung ist erst der dritte Film mit einem Budget von über 100 Mio. Dollar, der von einer Frau pilotiert wird. Kein leichtes Kreuz, welches die Wunderfrau und ihre Regisseurin Patty Jenkins da tragen müssen. Und auch wenn niemand diese Erwartungshaltung ... Weiterlesen

KRITIK

Baywatch

Bild (c) 2017 Paramount Pictures. " Komm, Du guckst das doch nur wegen der gut aussehenden Frauen in den engen Badeanzügen! " – Stimmt. Wie viele Millionen Zuschauer an den Bildschirmen der Republik mit mir auch - zu Beginn der 90er. Ich war 18. In der Oberstufe analysierten wir die Deutsch-Deutsche-Wiedervereinigung. Und später am Abend im TV retteten knapp beschürzte Damen und irgendwelche namenlosen Herren unbedeutende Touristen aus See- oder sonst welchen Nöten. Oder deckten einen Drogenring auf. Am Traumstrand von Malibu. Die ideale Ablenkung vom Oberstufen-Stress. Die Bezeichnung "Chauvinist" oder das Adjektiv chauvinistisch fiel damals in dem Zusammenhang nicht. Weder in der Oberstufe unter Mitschülern noch in den ... Weiterlesen

BLOG

Jun 2017
13
Ganz grosse Oper

Gestartet am 01. Juni muss diese Dokumentation an dieser Stelle noch eine kurze Erwähnung finden. In der Hoffnung, dass sie in irgendeinem Programmkino in deiner Stadt noch läuft. Denn "Ganz große Oper" gehört sicherlich in die Kategorie: Kino, das klüger macht. Auch für Nicht-Kultur-Fans übrigens und auch wenn die Initiatoren hinter diesem Projekt alles andere als unvoreingenommen sind und waren, vor allem was ihr Motiv betraf. Die Initiatoren oder vielmehr DER Initiator hinter "Ganz große Oper" ist Toni Schmid. Toni Schmid ist Ministerialdirigent in Bayern und stellt hier ein Institut für Edelkunst vor, das er selbst als Top-Beamter des Kultusministeriums mit-dirigiert. Journalistische Distanz – Fehlanzeige. Ist das legitim? Darüber soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Durch seine "Nähe" zum vorgestellten Institut, in diesem Fall ist es die Münchner ... Weiterlesen

BLOG

Jun 2017
10
The Dinner

Alles läuft auf ein ebenso schwarzhumorig wie edelbitter aus dem Ruder laufendes Abendessen zweier Ehepaare hinaus, nach Art von "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" oder " Der Gott des Gemetzels ". Zwei lebenslang konkurrierende Brüder treffen sich samt Gattinnen in einem Nobelrestaurant, um darüber zu konferieren, wie sie mit dem schlimmen Verbrechen umgehen sollen, das ihre halbwüchsigen Söhne unlängst begingen, ohne dafür bislang belangt worden zu sein. Das lässt sich spannend an. Der zynische Historiker Paul (sehr gut: Steve Coogan aus " Philomena "), seine zunächst um Ausgleich bemühte Frau Claire (Laura Linney aus der "Truman Show"), der sich ums Gouverneursamt bewerbende Politiker Stan (gravitätisch: Richard Gere) und dessen gut dreißig Jahre jüngere Gattin Katelyn (Rebecca Hall, " Vicky Cristina Barcelona ") geraten von Anfang an aneinander. Die Struktur des ... Weiterlesen

KRITIK

Mumie, Die

Bild (c) Universal Pictures Germany 2017. Jedem Filmstudio seine eigene Welt: Was Disney mit dem "Marvel Cinematic Universe" um die " Avengers " und Warner mit dem "DC Expanded Universe" um " Superman " und " Wonder Woman" etabliert haben, möchte Universal nun auch. Das frisch getaufte "Dark Universe" soll alle Monster aus dem Firmenkatalog frisch aufbürsten, von Frankenstein bis zum Phantom der Oper. Nun denn. Den Anfang macht "Die Mumie" in einer Version von Regisseur Alex Kurtzman ("Zeit zu leben") – und das ging schief. Die Macher um Kurtzman und fünf (!) weiteren Drehbuchautoren konnten sich nicht entscheiden, ob sie einen Tom-Cruise-Film drehen oder lieber länglich in ihre neue Serien-Mythologie einführen wollten. Mit dem ... Weiterlesen

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Jun 2017
02
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Sam Kingston (Zoey Deutch, " Dirty Grandpa ") ist so etwas wie die prototypische Highschool-Zicke. Mit drei ebenso schönen und arroganten Freundinnen stolziert sie durch die Gegend, um Außenseiter zu verhöhnen. Bis es zur Katastrophe kommt: Bei einem Autounfall stirbt Sam. Doch ihr letzter Tag wiederholt sich. Und wiederholt sich. Ein Teeniefilm wie "Girls Club", gekreuzt mit der unvergessenen Komödie "Und täglich grüßt das Murmeltier"? Klingt interessant. Leider hat Regisseurin Ry Russo-Young ein pathetisches Läuterungsdrama daraus gemacht. Eingangs spielt sie noch sehr amüsant mit den Routinen des Zeitschleifenfilms, doch schon bald wird klar, worauf sie hinauswill: auf eine pädagogische Handreichung, auf die Zähmung eines oberflächlichen Charakters durch didaktisch wertvolle Wiederholung. Klar, der Film richtet sich (wie der zugrunde liegende Roman "Wenn du stirbst, ... Weiterlesen

KRITIK

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Eugen Ruges mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneter Debütroman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" deckt vier Generationen einer Familie ab, in deren Wohl und Wehe sich die Geschichte der DDR spiegelt. Man hätte aus dem autobiografisch grundierten "Roman einer Familie" einen Fernseh-Mehrteiler im Stil der Saga um die Hoteliersfamilie "Adlon" machen können. Doch TV-Routinier Matti Geschonneck ("Das Zeugenhaus") hat sich mit Drehbuch-Maestro Wolfgang Kohlhaase („Sommer vorm Balkon“) etwas anderes einfallen lassen: Sie konzentrieren sich strikt auf das zentrale Ereignis des Romans, den 90. Geburtstag des betonkommunistischen Patriarchen Wilhelm Powileit (Bruno Ganz) im Oktober 1989, als selbst die Verblendetsten nicht ... Weiterlesen

KRITIK

Song to Song

Bild (c) 2017 StudioCanal. Aus dem Spätwerk des Regisseurs Terrence Malick wird niemand so richtig schlau. Allerdings kann sich dem Sog aus luftig von Schnitt zu Schnitt schwebenden Bildern, Klängen und Worten auch kaum einer entziehen. Wer wieder auftaucht aus diesen filmischen Bewusstseinsströmen, schwärmt entweder ehrfurchtsvoll, es handele sich dabei um große Kunst – oder aber schnaubt verächtlich: Das ist Kitsch, das klebt, das tut bloß wichtig. - Vermutlich haben beide Recht. Nach seinen Meisterwerken in den Siebzigern (am besten: "Badlands") war Ma­lick zwei Dekaden lang künstlerisch verstummt und erst 1998 wieder aufgetaucht. Inzwischen häufen sich seine Filme in dem Maße, wie er sich herkömmlichen Erzähldramaturgien ... Weiterlesen

KRITIK

Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Bild (c) 2017 Disney Motion Picture Germany. Im Piratenuniversum von Captain Jack Sparrow ist der Tod nicht notwendigerweise endgültig. Genauso wenig wie das Ende des erfolgreichen Franchises selbst, das am Ende des Abspanns im fünften Teil einmal mehr einen Hinweis auf ein weiteres Abenteuer bereithält. Nein, Jack Sparrow - und mit ihm und in ihm Johnny Depp sind nicht kleinzukriegen. Selbst die Ehe-Prügeleien und alkoholisierten Auftritte ihres Hauptdarstellers hatten die Verantwortlichen bei Disney weder zu einer Pause noch zu einem Ende der "FdK"-Reihe genötigt. Das florierende Franchise mit einem bisherigen weltweiten Einspiel von 4 Milliarden US-Dollar hat mehr verdient. Nach " Jack is back " im zweiten und " noch mehr Jack " im ... Weiterlesen

BLOG

Mai 2017
20
The Bye Bye Man

College-Student Elliot (Douglas Smith aus "Big Love"), seine Freundin und ein Kumpel ziehen in ein gruseliges Haus, in dem sich Hinweise verdichten auf einen darin umgehenden Finsterling: Der "Bye Bye Man" kommt und holt dich, wenn du nur an ihn denkst! Natürlich kann man, wenn man so etwas weiß, erst recht nicht aufhören, daran zu denken. Eine Zwickmühle. Bei den drei Pechvögeln kommt es zu immer heftigeren psychotischen Schüben, die in der Überzeugung gipfeln, dass jeder getötet werden müsse, der je vom Bye Bye Man wusste. So ziemlich jedes Horrorfilmklischee der letzten paar Jahrzehnte findet sich in dieser Grusel-Mixtur aus urbaner Legende und Psychothriller wieder: von den verliebten Protagonisten über das verfluchte Haus bis zum Höllenhund. "Candyman" trifft " Nightmare on Elm Street ", "The Conjuring" den " Babadook ". Man hat das alles schon vielfach besser gesehen. ... Weiterlesen

KRITIK

Alien: Covenant

Bild (c) 2017 20th Century Fox Germany. Will man einigen Branchenblättern in Hollywood Glauben schenken, erinnert Regisseur Ridley Scott in jüngster Zeit eher an einen alten Herren, der Kinder von seinem Rasen verscheucht, als an einen altgedienten Meisterregisseur: Zwar wettert der Brite gerne gegen jegliche Art von Comic-Franchise-Erzählung, doch auch er selbst macht sich (mit seinen letzten Werken) vieler erzählerischer Sünden schuldig, die in eben den kritisierten Filmen begangen wurden. Darüber hinaus arbeitet Scott in gleichem Maße fleißig an der Franchise-Bildung seiner größten Hits: Ein "Gladiator"-Sequel ist bereits angedacht und die Fortsetzung zu seinem Meisterwerk " Blade Runner " erscheint auch noch später in diesem ... Weiterlesen

KRITIK

Jahrhundertfrauen

Bild (c) 2017 Splendid Film. Der US-Regisseur Mike Mills macht aus seiner Familiengeschichte sehr schöne, sehenswerte aber fiktive Filme. In " Beginners " (2010) widmete er sich seinem Vater, der sich mit 75 Jahren als schwul outete. Hauptdarsteller Christopher Plummer bekam dafür den Oscar. In Mills´ neuem Film geht es nun um die Mutter, unter deren alleinerziehender Obhut er aufwuchs. "20th Century Women", wie der Film im Original heißt, spielt 1979 in Kalifornien, ein Wandel liegt in der Luft: Aufs Hippietum folgte der Punk, US-Präsident Jimmy Carter wird nicht mehr lange regieren. Weil Mittfünfziger-Mutter Dorothea (Annette Bening, "American Beauty"), die ihr Haus nach der Scheidung zur Pension umfunktioniert hat, mit der ... Weiterlesen

TRAILER

Endlich wieder ein großes Abenteuerdrama? „The Promise – Die Erinnerung bleibt“ – Trailer

Wann hast Du das letzte große Abenteuerdrama im Geiste von David Lean ("Doktor Schiwago") oder Anthony Minghella ("Der englische Patient") zuletzt im Kino gesehen? Richtig. Ist lange her. Vielleicht kann da der erste Trailer zu "The Promise - Die Erinnerung bleibt", einem Film von Oscar®-Preisträger Terry George (" Hotel Ruanda "), die Wartezeit etwas verkürzen? " The Promise " ist eine leidenschaftliche Dreiecksgeschichte vor dem Hintergrund einer weltgeschichtlichen Katastrophe. Basierend auf einer wahren Geschichte und mit den mehrfach preisgekrönten Darstellern Christian Bale und Oscar Isaac herausragend besetzt entführt der Film in das Osmanische Reich des Jahres 1914. Welches kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Chaos versinkt. Schauplatz ist Konstantinopel: Die einst so lebendige und multikulturelle Hauptstadt des Osmanischen Reiches droht im Chaos zu ... Weiterlesen