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Abmahnung durch Fotostudio Hieronymi GmbH

Karikatur Zeichnung zur Abmahnung mit offener Tür und einem Paragraphen am Galgen, von C. GertzWir lieben die Kunst. Und wir respektieren alle Künstler*innen, die für ihre Kunst verantwortlich zeichnen. Auch wenn Kunst stets im Auge des Betrachters liegt, begegnen wir jeder Leistung mit Respekt und natürlich – man muss es eigentlich nicht erwähnen – weit außerhalb einer Persönlichkeitsrechteverletzung. Aussagen wie „wie blöd kann man nur sein, wenn man so etwas..“ oder „der hat seinen Job verfehlt“ tauchen in keinem unserer Texte zu künstlerischen Leistungen auf. Und das ist heute (leider) keine Selbstverständlichkeit mehr.

Genauso selbstverständlich sollte es sein, hinter jeder künstlerischen Leistung den Namen des Urhebers / der Urheberin zu erwähnen. Oder bei digitalen Bilddokumenten zumindest die Quelle zu benennen. Diesem Anspruch sind wir in über zehn Jahren, die wir inzwischen über Kunst schreiben, größtenteils nachgekommen. Auch bei frei verfügbaren Bilddokumenten von Bilddatenbanken wie pixelio zum Beispiel. Doch bei über 5.000 Bilddateien, die wir mittlerweile verarbeitet, mit der Quellangabe benannt und online gestellt haben, ist uns bei einer Bearbeitung EIN Fehler unterlaufen. Ein Fehler, den wir nun teuer bezahlen müssen.

Es geht um ein Bilddokument des Fotostudios Thomas Hieronymi GmbH. Da wir das Bild von unserer Datenbank am 19. Februar gelöscht haben, darf ich es an dieser Stelle nur beschreiben: Auf dem Bild ist ein mit natürlichen Kerzen beleuchteter Weihnachtsbaum zu sehen. Wir haben das Foto von der Bilddatenbank pixelio.de heruntergeladen, den Urheber benannt und es am 10. Dezember 2015 bei uns online gestellt. Vor ein Artikel, in dem wir über die Filme im Winter 2015 berichtet haben. So weit, so ohne Beanstandung.

Der Fehler, den wir gemacht haben, war, dass wir auf das Bild das Wort „Winter“ und die Jahreszahlen „2015/2016“ geschrieben haben. Und diese „Veränderungen des Bildes“ ist laut Nutzungsbedingungen seitens des Urhebers nicht zulässig. Wir hatten das Bild weder zu Werbezwecken mit der Absicht des Gelderwerbes noch aus anderen unlauteren Gründen „zweckentfremdet“. Auch verdienen wir mit unserem Portal mehrfilm.de kein Geld, so dass weitere Gründe in den Nutzungsbedingungen missachtet worden sein könnten. Sei´s drum, eine „Veränderung“ des Bildes war und ist nicht zulässig.

Am 08. Februar 2018, also mehr als zwei Jahre später, bekommen wir Post vom Anwalt. Erst kommt eine Nachricht per Mail, dann zwei Tage später, an einem Samstag (!), ein Einschreiben. Und nicht von irgendeinem Anwalt, sondern von den Anwälten Weber und Hoß aus Duisburg. „Unsere Partner sind Fachanwälte für Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, gewerblichen Rechtsschutz sowie Urheber- und Medienrecht.“ steht auf der Homepage der Kanzlei geschrieben. Google spuckt nach Eingabe von „Weber Hoß Duisburg“ über 19.000 Such-Ergebnisse aus, im vierten, fünften und sechsten Ergebnis taucht das Wort „Abmahnung“ auf.

Unter Einhaltung einer Frist von einer Woche sollen wir das Foto vom Netz nehmen und eine Unterlassungserklärung unterschrieben per Fax/Mail und – ganz wichtig: im Original per Post – zurücksenden. Fehler Nummer 2. Auch nach telefonischer Rücksprache mit einem eigenen Anwalt haben wir die Unterlassungserklärung unterschrieben zurück geschickt. Fristgerecht. Mit Anschreiben und einer Entschuldigung. Mit der Entschuldigung wurden aus den über 650,- Euro Abmahngebühren dann 462,- Euro, die wir fristgerecht entrichtet haben. Das Foto ist sofort, das heißt am 19.02. vom angemieteten Server gelöscht worden. Ein Antrag bei Google zur Löschung wurde ebenfalls am 19.02.2018 gestellt.

So weit, so erledigt? Mitnichten. Entschuldigung, Löschung und Bezahlung der „Strafe“ haben nicht ausgereicht. Nur drei Wochen später, am 13.03.2018, bekommen wir abermals Post per Mail und zwei Tage später per Einschreiben. Nach der „unerlaubten Veränderung“ des Bildes, so die Anwälte, hätten wir das Bild nun NICHT gelöscht. Das Fotostudio Hieronymi und eine Mitarbeiterin der Anwaltskanzlei hätten das Foto noch auf unserem Server gefunden, auch unter mehrmaliger Löschung des „Cache-Speichers“.

In einem Wiederholungsfall beläuft sich die Abmahngebühr auf über 3.300 Euro. Das Verfahren wurde nun einem Anwalt übergeben.

Warum ich den Vorfall hier so dezidiert schildere? Weil Du/ihr nicht den gleichen Fehler machen solltet/st. Verwendet keine Bilder von pixelio.de unter Verletzung der Nutzungsbedingungen. Dazu zählen unerlaubte Verbreitung auf Sozialen Netzwerken, Veränderungen des Bildes sowie .. ach, lest selbst in den Nutzungsbedingungen des Bildes.. Und zwar JEDES Bildes – und das SEHR genau! Solltet ihr eine Abmahnung erhalten haben, egal wieviel Zeit seit dem Onlinestellen des Bildes vergangen ist, kontaktiert SOFORT einen Anwalt! Es gibt verschiedene Unterlassungserklärungen. Achtet bei der Unterlassungserklärung auf die Formulierungen. Und besprecht das mit einem Anwalt.

Sollten wir den/unseren Vorfall nicht gütlich, sprich außergerichtlich klären können, werden wir alle über 5.000 Bilder und damit alle über 3.500 Texte vom Netz nehmen und das Portal mehrfilm.de schließen. Zeitnah. Denn ansonsten stünden die Mühen, Arbeiten und unsere künstlerischen Leistungen in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten, die EIN Bild verursachen kann. Bitte drück´ uns die Daumen! Wir geben über die Entwicklungen alsbald Auskunft. Das als Info an Dich.

 

Wer mit uns über den Fall diskutieren möchte oder seine eigenen Erfahrungen mit uns teilen möchte, kann dies auf unsere Facebook-Seite mit uns tun unter facebook.com/mehrfilm. Danke!

 

Update 05.04.2018: Bisher knapp 2.000 Aufrufe unseres Facebook-Postings. Danke!

Screenshot bei Facebook mehrfilm-April-2018

 

 

 

Update 06.04.2018: WOW! Danke. Über 4.000 Aufrufe, zahlreiche Kommentare und Hilfeangebote insgesamt auf unsere Facebook- und twitter-Postings. Toll.

 

Screenshot Mehrfilm twitter Account am 06.04.2018.

 

Screenshot Gertz – Mehrfilm Facebook Seite 06.04.2018

 

 

 



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