KRITIK

Zusammen ist man weniger allein

Zusammen ist man weniger allein Putzfrau Camille (Audrey Tautou) ist „Fachfrau für Oberflächen“. Eine solche ist auch die Autorin Anna Gavalda, die den Bestseller „Zusammen ist man weniger allein“ geschrieben hat, der dieser Wohngenossenschaftshymne von Claude Barri als Vorlage diente.

Für Buch und Film gilt: Kitschig, stereotyp, unterhaltsam. Klar, dass die 27-jährige Camille noch andere Talente als die Sauberkeit besitzt. Sie zeichnet Porträts und steht damit an Gemüt dem stotternden, herzensguten Spross gefallenen Adels, Philibert Marquet de la Tubelière (Laurent Stocker), nicht nach. Der nimmt das in der Dachkammer frierende Kamelienmädchen in die feudale Wohnung auf, die er bewohnt und die er sich bereits mit dem ruppigen Koch Franck (Guilllaume Canet) teilt, hinter dessen harte Schale indessen ebenfalls das goldene Herz pocht. Rührend kümmert sich der Mann um seine kranke Großmutter.

Ja, es ist ein rechter Kaminfeuerfilm, den Barri mit seiner stets mehr heiteren als melancholischen Inszenierung und Kamerafrau Agnès Godard mit ihrer braven Kadrage da geschaffen haben. Dagegen ist nichts auszusetzen. Schade nur, dass sich der Regisseur ausgerechnet für den Wohnungs-Wohltäter mit Theater-Ambitionen am wenigsten interessiert – aber das ist wohl das Schicksal der netten Menschen.



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INHALT

Die zeichnende Putzfrau Camille lädt im Treppenhaus ihren Nachbarn spontan zum Essen ein. Der stotternde Postkartenverkäufer holt sie dafür später in seine große Wohnung, als sie krank ist. Sein Mitbewohner, ein gestresster Koch, der sich um seine Oma kümmert, ist davon erst gar nicht angetan. Doch zusammen ist man weniger allein. Die WG rauft sich zusammen. Dann kommt auch die Liebe mit ins Spiel...
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Eure Kritiken zu Zusammen ist man weniger allein

  1. tine

    zuerst: wenn man das buch gelesen hat (und ich fand es wirklich wunderschön und in keinster weise kitschig, ganz im gegenteil: die erste hälfte ist eher bedrückend und auch später eher nachdenklich, ausserdem ist die sprache des buches sehr klar und nüchtern. und ein happy-end ist nicht unbedingt kitschig, es kann auch einfach passieren) und dann den film schaut, kommt er einem vor wie eine skizze des buches, die dargestellten szenen sind toll umgesetzt, ich bin mit allen schauspielern einverstanden, passte zu den charakteren die ich mir vorstellte beim lesen (nur den franck habe ich mir etwas rauer und lauter vorgestellt, komme aber mit der wahl gut klar :)) … berri hat wirklich viel weggelassen. ABER er hat es totzdem geschafft eine schlüssige geschichte zu erzählen (denke ich mal, wirklich beurteilen können es die, die den film schauen ohne das buch gelesen zu haben) mit wunderschönen bildern und tollen schauspielern … und wirklich ergreifenden, schmerzhaften momenten die mir dann doch nochmal den atem stocken liessen, obwohl ich schon wusste wie es ausgeht. ich kann nur jedem raten dem der film gefallen hat: lest das buch noch, dann erfahrt ihr den rest 😉 (leider kommt der philibert übrigens auch im buch eher zu kurz, das liegt nicht wirklich am regisseur, er hat sogar eher noch ausgebaut was im buch nur angedeutet wird)

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