KRITIK

Zathura

Zathura Man hat’s schon so ähnlich gesehen: Ein Brettspiel zaubert sich als abenteuerliche Wirklichkeit in die filmische Realität hinein. Der Film hieß damals, vor elf Jahren, „Jumanji“, war zuallererst ein Starvehikel für Robin Williams und außerdem ein Effektespektakel, das den Dschungel in ein Vorstadthaus brachte. Vom selben Autor, Chris Van Allsburg, stammt nicht nur „Der Polarexpress“, sondern auch die Kinderbuch-Vorlage zu „Zathura“, und erneut geht es hier um ein mechanisches Brettspiel, das zu überraschendem Leben erwacht. Alte Story, neue Variante: warum nicht? Wenn’s charmant gemacht ist.

Die beiden dauerzankenden Brüder Danny (Naturtalent: Jonah Bobo), sechs, und Walter (Josh Hutcherson, der dem virtuellen Kind im „Polarexpress“ das Gesicht verlieh), ein paar Jahre älter, haben nicht viel gemeinsam. Walter ist ein Baseball-Ass und hat als Älterer immer Recht. Danny hat zwar viel Phantasie, wird ansonsten aber immer untergebuttert. Eines sonnigen Samstags gehen sie sich mal wieder in der verknarzten Villa ihres gestressten und geschiedenen Daddys (Gastauftritt für Tim Robbins aus „Krieg der Welten“) auf die Nerven. Danny findet im gruseligen Keller ein altmodisches, verstaubtes Science-Fiction-Spiel, und kaum macht er seine ersten Züge, staunen die Brüder nicht schlecht, als es im Wohnzimmer Meteoriten hagelt: Der Spielverlauf wird zu einer Art „Enterprise“-Abenteuer zwischen Keller und Dachboden. Das ganze Haus schwebt durchs All, und die Brüder müssen das Spiel wohl oder übel gewinnen, um am Ende wieder sicher auf Erden zu landen. Nach einem Schleuderritt durchs Wurmloch, versteht sich. Mechanische Roboter und ganze Raumschiffflotten voller Echsen-Aliens, die tiefgefrorene Schwester der Brüder (Kristen Stewart aus „Mission Possible!“) und ein freundlicher Astronaut (Dax Shepard aus „Trouble ohne Paddel“) haben ihre Auftritte.

Man hat’s also schon gesehen, aber hier ist es durchaus besser. Regisseur Jon Favreau („Buddy – Der Weihnachtself“, bekannt auch als Darsteller aus Filmen wie „Wimbledon“) inszeniert straff, der Humor ist angenehm sanft-ironisch, und die Akteure haben sichtlich Spaß. Selbst der fraternisierende Versöhnungskitsch, der der Fabel natürlich zugrunde liegt, kommt eher rührend als aufdringlich daher. Weil das Gekabbel der Knaben wie aus dem Familienleben gegriffen wirkt (Dialoge und Drehbuch von Altmeister David Koepp), darf man sich zum Schluss auch freuen, wenn sie sich endlich vertragen. Insgesamt also stimmiges Entertainment für Jungs und Ex-Jungs.



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INHALT

Die Brüder Walter und Danny Budwing geben ihrem Vater das Versprechen, einen Tag lang das Haus zu hüten und sich zu benehmen. Natürlich kommt alles anders: Beim Spielen entdecken die gelangweilten Jungen im Keller ein altes Brettspiel, das intergalaktischen Spaß verspricht: Zathura. Sie bekommen mehr, als sie erwarten: Kaum haben sie das Spiel begonnen, werden Walter und Danny mitsamt ihres Hauses ins Weltall verfrachtet. Zu ihnen gesellt sich ein verirrter Astronaut, mit dem sie Meteoritenhagel, feindselige Aliens, einen Amok laufenden Roboter und eine Raumschiffschlacht überstehen müssen.
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