AKTUELL IM KINO

Your Name: Gestern, heute und für immer

Plakat zum Film "Your Name." mit den beiden animierten Hauptdarstellern auf einem Rasen.

Bild (c) 2017 Universum Filmverleih.

Das Studio Ghibli hat es geschafft: Mit viel Beharlichkeit hat das japanische Studio einheimische Animationsfilme auch im westlichen Ausland bekannt und beliebt gemacht. Die Filme Hayao Miyazakis („Prinzessin Mononoke“, „Ponyo – Das große Abenteuer am Meer„) strahlten so viel Originalität, Inspiration und Leidenschaft aus, dass sie auch jenseits von Asien die Herzen der Zuschauer im Nu eroberten. Weitere japanische Animeserien hatten es daraufhin einfacher, ebenfalls hierzulande einen Verleih oder Distributionswege zu finden. Dennoch sind Animefilme, die nicht von Studio Ghibli produziert werden, bei uns im Kino noch eine absolute Rarität. Was sehr schade ist, weil auch andere Macher und Studios sehr intelligente und bewegende Ideen umsetzen, die es durchaus verdient haben, auch in Deutschland ein breites Publikum zu finden.

Wie zum Beispiel „Your Name“, der von dem in Japan enorm bekannten und erfolgreichen Makoto Shinkai ersonnen und inszeniert wurde. Der Autor hat in seinem Film auf einige in Japan sehr beliebte Motive zurückgegriffen und diese in eine eigenständige Geschichte übertragen. Diese dürfte sicherlich Zuschauer sämtlicher Altersschichten begeistern. Der Titel und die grundlegende Idee sind einer Radioserie entlehnt, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit und damit noch vor dem Siegeszug des Fernsehens die Hörer Woche für Woche vor die Empfangsgeräte lockte.

Szene aus dem Film "Your Name." mit den beiden animierten Hauptdarstellern in einer Straße. Der Teenager Taki (in der deutschen Fassung gesprochen von Maximilian Belle) hat Nacht für Nacht einen seltsamen Traum, bei dem er sich im Körper eines ungefähr gleichaltrigen Mädchens wiederfindet. Mitsuha (Laura Jenni) hingegen träumt ebenfalls immer wieder davon, im Körper Takis zu stecken, der im Gegensatz zu ihr nicht auf dem Lande aufwächst, sondern in Tokio lebt. Die Seelen der beiden scheinen aus unerklärlichen Gründen miteinander verknüpft, bis sich eines Tages die dramatische Lösung für die Ursachen abzuzeichnen beginnt.

Makoto Shinkai hat die Körpertauschgeschichte mit einigen japanischen Zeremonien und Überlieferungen verknüpft und der Geschichte damit eine mystische Note verliehen. Er erzählt einerseits eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte, versteht es aber darüber hinaus auch, den Bodyswitch für einige interessante Anspielungen zu Geschlechteridentitäten und Sozialisation zu nutzen. Im Laufe des Films entfalten sich immer weitere ineinander verwobene Zeitebenen, die der Geschichte zusätzliche Spannungsmomente liefern und am Ende mit einem raffinierten Clou aufgelöst werden. Gleichermaßen originell und mitreißend wie bewegend und amüsant.

 




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