KRITIK

X-Men Origins: Wolverine

X-Men Origins: Wolverine Viel Aufregung gab es im Vorfeld um diesen Film, aber nicht etwa aufgrund von ersten Bildern spektakulärer Effekte oder Gerüchten um sagenhafte Plot-Twists, sondern weil er vor dem US-Start komplett im Internet auftauchte. Die Piraterie schafft sich ihren Markt selbst, das wird nicht zu verhindern sein. Und gerade bei Comic-Verfilmungen ist die Neugierde groß und die Besitzfrage ein sensibler Punkt: Wem der Film gehört, das ist klar – aber wem gehört der zugrunde liegende Mythos? Den reklamieren die Fans für sich.

An diesem „X-Men“-Prequel, das die Herkunftsgeschichte des Wolverine erzählt, dürften sich die wenigsten stören. Was Regisseur Gavin Hood aus der Marvel-Saga von Stan Lee macht, fällt jedenfalls nicht gravierend ab gegenüber der bisherigen Trilogie, für deren erste beide Teile Bryan Singer verantwortlich zeichnete.

Sicher, ein wenig ist der Spaß allein dadurch getrübt, dass die X-Men, diese Menschen mit Mutationshintergrund, nicht in Mannschaftsstärke antreten, sondern die alleinige Unterhaltungslast auf den Schultern Hugh Jackmans ruht, der mit humorfreier Mine die Krallen zeigt.

Vielversprechend aber beginnt die Geschichte im Kanada des Jahres 1845: Der junge Logan entdeckt im Zuge eines Familiendramas den Wolf in sich und flieht das Elternhaus an der Seite seines Bruders Victor. In einer schauprächtigen, rasanten Sequenz sieht man die beiden als erwachsene Söldner, nun von Jackman und Liev Schreiber gespielt, durch die Kämpfe der Geschichte toben: Sezessionskrieg, Erster und Zweiter Weltkrieg, Vietnam. Doch während Victor Gefallen am Gemetzel findet, sehnt sich Logan nach einer bürgerlichen Existenz und kehrt den Schlachtfeldern zugunsten des Familienlebens den Rücken. Was nicht lange währt, weil seine Frau dem grausamen Victor zum Opfer fällt. Getrieben vom brennenden Wunsch nach Rache, lässt sich Logan auf einen Deal mit dem Armee-Funktionär Stryker ein, der indes ganz eigene Pläne verfolgt.

Leider nur verliert der Regisseur dieses grundierende Kain-und-Abel-Motiv bald aus den Augen. Überhaupt interessieren sich Hood, der zuvor „Tsotsi“ und „Machtlos“ gedreht hat, sowie sein Drehbuchautor David Benioff, der das großartige Skript zu Spike Lees „25th Hour“ schrieb, kaum für Ebenen unter der Oberfläche. So bleibt ein recht unterhaltsames, flüchtiges Spektakel.



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INHALT

James Howlett nimmt nach traumatischen Kriegserfahrungen und dem Tod seiner Freundin an einem geheimen Experiment namens "Weapon X" teil. In Zuge dessen wird sein Skelett mit unzerstörbarem Adamantium verwoben und sein Gedächtnis größtenteils gelöscht. Der nahezu unverwundbare Mutant Wolverine ist geboren. Als er erfährt, dass Victor Creed alias Sabretooth für den Mord an seiner Freundin verantwortlich ist, hat er nur noch ein Ziel: Rache.
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Eure Kritiken zu X-Men Origins: Wolverine

  1. Udo

    Viel erhofft, wenig davon erfüllt. Der Film ist überbewertet. die Story hangelt sich von einer Actionszene zur nächsten und versucht dabei den Hauptdarsteler bestmöglich in Szene zu setzen. Dies geschieht zudem mit reichlich Gewalt. Dieser Rachefeldzug ähnelt Filmen der 70er Jahre. Für mich eine Enttäuschung.

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