KRITIK

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2

Plakat zum Film Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2Mit der ersten Ausgabe dieses kalorienreichen Kino-Wetterberichts fuhren die Sony-Animationsstudios vor drei Jahren einen schönen Erfolg gegen die Platzhirsche von Pixar („Toy Story“) und Blue Sky („Ice Age“) ein. Den zauberlehrlingshaften Plot vom untergebutterten Jungen, der mit einer genialen Erfindung (Essensproduktionsmaschine) ungeahntes Unheil (nicht enden wollender Fast-Food-Regen) hervorrief, hatten die Regisseure Phil Lord und Chris Miller zur unterhaltsamen Farb- und Formenschlacht aufbereitet, die zwischen Familienfreundlichkeit und absurdem Witz einen schönen Mittelweg fand.

Die unvermeidliche Fortsetzung knüpft zeitlich direkt ans Original an: Während Jung-Erfinder Flint mit seinen Freunden im Exil festsitzt, ist ihre Heimatinsel immer noch von Pommes und Buletten bedeckt. Chester, der von Flint bewunderte Chef der ominösen „Live Corp Company“, ist mit den Aufräumarbeiten beauftragt. Allerdings scheint sich Flints Maschine irgendwie umprogrammiert zu haben, denn über die Insel marodieren inzwischen sogenannte „Foodimals“ (deutsch: Naschtiere), bizarre Kreuzungen aus Tier und Nahrung. Klar, dass Flint samt Anhang bald zurück in die Heimat schippert und das dschungelhaft überwucherte Eiland gegen Chester verteidigen muss.

Szene aus Wolkig mit Aussicht auf FleischbällchenDas größte Verkaufsargument dieses Sequels sind natürlich die Naschtiere: Die Animatoren hatten sichtlich Freude daran, all diese Tacodile, Shrimpansen, Cheeseburger-Spinnen, Gurkenvögel, Mosquitoasts und Flamangos zu entwerfen, wobei eine Riesenerdbeere, diverse Marshmallows und Flints Affe Steve die größten Lacher abbekommen. Davon abgesehen bleibt nicht allzu viel: Allzu hektisch rauschen die neuen Regisseure Cody Cameron und Kris Pearn durch die Story, die in quietschbunter Optik auf die üblichen Familienwerte hinauswill, die Frechheit und Liebenswürdigkeit des ersten Teils aber weitgehend vermissen lässt. Die ursprünglichen Regisseure Lord und Miller sind unterdessen in den Realfilmsektor abgewandert, wo sie sich um die „21 Jump Street“-Kinofilme kümmern. Was ihre Nachfolger hier abliefern, ist etwas zu routiniert. Die deutsche Fassung wird obendrein durch Synchronschrecknisse wie MTV-Palina und Cindy aus Marzahn kompromittiert.

  

Kritikerspiegel Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Lida Bach
kino-zeit, titel-magazin, filmfutter u.a.
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Klaus-Peter Heß
Münstersche Zeitung
2/10 ★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 




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