KRITIK

Wolfman

Wolfman Der 1950 in Texas geborene Regisseur Joe Johnston hat als Effects Illustrator, also als Zeichner bei Industrial Light and Magic, kurz ILM, zum ersten Mal in die große Welt des Filmbiz hineinschnuppern dürfen. Da war er gerade 26 geworden. In der Kreativen-Schmiede des Star Wars Schöpfers George Lucas schuf der junge Johnston als Szenenbildner so beeindruckende Szenenbilder für den ersten Teil der Star Wars Saga, dass er gleich im zweiten Teil „Star Wars – Das Imperium schlägt zurück“ zum Art Director aufstieg. Mit Filmen wie „The Rocketeer“, „Jumanji“ oder auch „Hidalgo“ hatte sich Johnston in den 90ern und in den Nuller-Jahren rasch einen Namen als handwerklich geschickter Regisseur gemacht, der hervorragend mit effektlastigen Stoffen umzugehen weiß.

Als der Schauspieler und Produzent Benicio Del Toro einen Regisseur suchte, der seine Idee vom Remake des 1941er Horrorklassikers „The Wolf Man“ perfekt umsetzen würde, fiel seine Wahl auf Joe Johnston. Eine gute Wahl. Denn wie im Original von George Waggner gibt es auch in Johnstons „Wolfman“ ein sehr düsteres Schloss, dramatische Wolkenhimmel, verrauchte Spelunken und nebeldampfende Wälder zu bestaunen. Und nicht nur das Setdesign sieht tricktechnisch passabel aus. Auch die Make-up-Effekte des sechsfach oscar®gekrönten Make-up-Designers Rick Baker sorgen immer wieder für das berühmte Kribbeln auf der Haut. Setdesign und Make-up sind neben der überzeugenden Geschichte zwei wichtige Qualitäts-Indikatoren, wenn nicht die wichtigsten für einen Horrorfilm. Und „The Wolfman“ ist ein typischer Genrefilm.

Da sich die Geschichte von Curt Siodmak aus dem Jahr 1941 ausschließlich mit der „Metarmorphose“ seines Hauptdarstellers beschäftigt und in 70 Minuten erzählt ist, wurde sie für die 2009er-Version durch die Drehbuchautoren um ein paar Elemente erweitert. So kehrt der junge Lawrence Talbot (Benicio Del Toro) nicht nur nach Blackmoor zurück, um das Schicksal seines geliebten Bruders zu klären, sondern er will sich auch mit seinem Vater versöhnen, der ihn vor vielen Jahren abgeschoben hatte. Ausgebaut wurde also die Figur von John, hier überzeugend verkörpert von Sir Anthony Hopkins, dem Vater von Lawrence.

Durch diese zusätzlichen Erzählstränge ist die einst reine Metamorphose in einem Horrorfilm fast ein Familiendrama geworden. Im Zentrum stehen nun nicht nur ein verwilderter Sohn, sondern auch ein Patriarch, dessen Wille zur Macht auch vor Mord nicht halt macht.

Curt Siodmaks Geschichte, die in zahlreichen Filmen variiert wurde, ist unter Benicio Del Toro so zu einem sehenswerten Familiendrama verfeinert worden, das durch die darstellerischen Leistungen, aufwändige Gruseleffekte und eine gruselige Schauerstimmung nicht zuletzt auch Dank eines hervorragendes Setdesign überzeugt.



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INHALT

Der aus adligem Hause stammende Lawrence Talbot verlor seine Kindheit in dem Augenblick, als seine Mutter starb. Inzwischen erwachsen, hört er eines Tages von dem Verschwinden seines Bruders - was ihn zurückkehren lässt in seine einstige Heimat. Dort trifft er nicht nur auf seinen entfremdeten Vater, sondern erfährt auch von einer blutrünstigen Bestie, die die Dorfbewohner reihenweise tötet. Allmählich sieht Lawrence sich auf der Suche nach seinem Bruder mit seiner eigenen dunklen Seite konfrontiert und macht eine unheilvolle Entdeckung.
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