KRITIK

Wir verstehen uns wunderbar

Wir verstehen uns wunderbar Einst waren sie ein Kino-Traumpaar, er der Regisseur, sie die Hauptdarstellerin, und auch hinter der Kamera harmonierten Louis (Jean Rochefort) und Alice (Charlotte Rampling) perfekt. Der Vorspann zeigt einige famose Schwarzweißaufnahmen der beiden, Vespa fahrend, in der Blüte ihrer Jugend, vom Esprit der Nouvelle Vague beseelt – und genau diese Schnappschüsse gehen schon nach hinten los.

Denn man erinnert sich zwangsläufig daran, was für großartige Filme Rampling und Rochefort tatsächlich gedreht haben. Und bedauert bald umso mehr, dass sie in dieser seichten Komödie von Antoine de Caunes gestrandet sind.

Die Liaison von Louis und Alice hat kein gutes Ende genommen, Jahrzehnte eisigen Schweigens liegen zwischen ihnen. Nun soll ausgerechnet Alice, heute gefeierte Theater-Diva, dem alten Louis, der längst nur noch Massenware dreht, einen Filmpreis überreichen.

Schon die erste Wiederbegegnung der beiden im Café gerät zum Desaster, weil Alice die heiße Liebe von damals zur „kleinen Romanze“ verniedlicht und auch sonst alles daran setzt, das Ego ihres Ex-Lovers zu atomisieren. Mit Erfolg. Wie auch später auf der Gala-Bühne, wo sie Louis nicht nur verbale Nadelstiche, sondern Keulenschläge versetzt: „Ich werde oft gefragt“, ätzt sie da zur Gaudi des Publikums, „warum ich seit unserer Zusammenarbeit keine Filme mehr drehe. Ich denke, die Antwort liegt in der Frage.“

Zwei wie Katz und Hund, daraus hätte man komödiantische Funken schlagen können. De Caunes aber mag oder kann es nicht subtil, sondern inszeniert Slapstick – bis hin zum Mops auf Viagra. Die französische Antwort auf „Amercian Pie“-Humor, bloß mit über 60-jährigen Hauptdarstellern. Was keine Altersdiskriminierung sein soll, schließlich macht Rampling selbst nackt noch immer eine gute Figur. An bessere Zeiten aber erinnert der Helmut-Newton-Akt von ihr, der bei de Caunes, na klar, unter den Hammer kommt.



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INHALT

In den 70ern galten Regisseur Louis Ruinard und seine Muse Alice als gefeiertes Glamour-Ehepaar, das bei Publikum und Kritik gleichermaßen reüssierte. Bis Alice genug von Louis` Seitensprüngen hatte und von einen Tag auf den anderen nach England verschwand, heiratete und sich dem Theater widmete. Nun, 30 Jahre später, kommt Louis für seinen 34. Film nach London - und trifft seine Verflossene. Ihre Rachegelüste schmerzen den alternden Casanova, bis beide sich in eine Affäre stürzen.
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Eure Kritiken zu Wir verstehen uns wunderbar

  1. Francios

    langweilig, langweilig! Tolle Darsteller, langwiliege Story, null Esprit u Charme. Nicht sehenswert.

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