AKTUELL IM KINO

Wind River (Frank)

Plakat zum Film Wind River mit Jeremy Renner und Elizabeth Olsen.

Bild (c) 2017 Wild Bunch.


Jahr für Jahr kommen unglaubliche Mengen US-amerikanischer Filme auch hierzulande in die Kinos. Doch die meisten von ihnen spielen in einer immer gleichen Welt, die dem Zuschauer mittlerweile bestens vertraut ist. Los Angeles und New York sind die beliebtesten Drehorte, und nach Chicago und San Francisco ist dann auch schon relativ schnell wieder Schluss. Doch ein Großteil der USA besteht aus eher dünn besiedelten Gegenden, die sich zwischen diesen Metropolen erstrecken oder noch tiefer im Unbekannten angesiedelt sind. Wenn es hin und wieder mal ein Film in unsere Kinos schafft, der in dieser Ödnis spielt, kann man sich fast schon sicher sein, dass sich ein Anschauen lohnt.

Das ist nun definitiv auch bei „Wind River“ der Fall, der in einem schneebedeckten Indianerreservat in Wyoming angesiedelt ist (gedreht wurde aber hauptsächlich in Utah). Dorthin wird der Wildjäger Cory Lambert (Jeremy Renner) beordert, um eine Gruppe Pumas zu erlegen, die die Viehbestände der Farmer dezimieren. Doch auf seiner Spurensuche stößt Cory zunächst auf die Leiche einer jungen Indianerfrau, die barfuß und mit geplatzter Lunge im Schnee liegt. Cory kennt Natalie, sie war die beste Freundin seiner ebenfalls auf mysteriöse Weise ums Leben gekommenen Tochter Emily.

Szene aus dem Film Wind River mit Jeremy Renner und Elizabeth Olsen.Da der Tod Natalies auf Mord nach einer Vergewaltigung schließen lässt, wird das FBI eingeschaltet. Die Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen) scheint für die widrigen Naturbedingungen eigentlich vollkommen ungeeignet, weswegen sie bei ihren Ermittlungen gerne die Hilfe Corys annimmt. Dabei wird schnell klar, dass sowohl innerhalb des Indianerreservats als auch in der Welt drumherum Einiges im Argen liegt und es nicht leicht werden dürfte, die Hintergründe der Tat in Erfahrung zu bringen.

Der auf tatsächlichen Vorkommnissen basierende Fall gibt den Zuschauern Einblicke in das amerikanische Hinterland, wie es seit Debra Graniks grandiosem „Winter´s Bone“ nicht mehr so authentisch und fesselnd gelungen ist. Dabei markiert „Wind River“ das Regiedebüt von Taylor Sheridan, der sich bislang lediglich als Drehbuchautor einen Namen gemacht hatte. Das aber immerhin mit solch gelungenen Arbeiten wie „Sicario“ und „Hell or High Water“, mit denen er zuvor seine Frontier-Trilogie eingeläutet hatte, die „Wind River“ abschließt.

In „Wind River“ lotet der Oscar-nominierte Autor nun die Grenzen innerhalb der USA aus, die sich durch die Unterjochung der amerikanischen Ureinwohner ergeben und auch die rechtliche Situation vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Der überaus spannend rekonstruierte Fall nutzt die eisige Umgebung als weiteren Hauptdarsteller, die den Film zu einer Art Schneewestern macht und damit auch von einem alltäglichen Überlebenskampf in einer menschenfeindlichen und unwirtlichen Gegend erzählt. Toll gespielt und überaus packend inszeniert.

 

Kritikerspiegel Wind River



Gian Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Durchschnitt
7.5/10 ★★★★★★★½☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Aktuell im Kino, Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*