KRITIK

wilde Farm, Die

wilde Farm, Die An all die Paradiesvögel und „Tortuga“- Karettschildkröten hat man sich ja fast schon gewöhnt, nach all den spektakulären Dokus, die zuletzt aus fernen Ländern frisch auf die Leinwand kamen.

Was aber ist mit dem gemeinen Tier von nebenan? Genau: Längst steht es im Schatten seiner exotischen Brüder. Die französischen Dokumentarfilmer Dominique Garing und Frédéric Goupil wollen das nun ändern und zumindest dem naturentwöhnten Stadtkind von heute was vom Schwein, Huhn und auch Pferd erzählen.

Dokumentation kann man das schwerlich nennen, was sie da mit Tiertrainern und märchentantiger Off-Stimme auf die Leinwand bringen – was aber gar nicht schlimm ist. „Die wilde Farm“ ist jedenfalls ein schöner Titel dafür. Denn wild ist das domestizierte Federvieh, sind auch die vierbeinigen Nutztiere auf dem porträtierten Bauernhof längst nicht mehr. Bis der Bauer, der seinen Hof allein (und offenbar vorbildlich ökologisch) bewirtschaftet, ins Krankenhaus muss. Ehe die Enkel des Bauern anrücken, heißt es für die Tiere nun: zurück in die archaischen Tiefen ihrer Wildheit!

Wie das dann abläuft zwischen Nahrungssuche und Liebesspiel, das setzen die Regisseure mal possierlich (Mäuse nagen am Stromkabel), mal realistisch (Hengst nimmt Stute, ganz frei ab null Jahren) in Szene. Es wird gespielt, gemampft und geboren, aber auch gejagt, verschluckt und ins Schlachthaus abtransportiert. So ehrlich sind die Regisseure.

Man sollte ihnen dankbar dafür sein, dass sie ihre Helden nur zaghaft vermenscheln und ihnen – rar genug dieser Tage! – keine Worte in den Schnabel legen.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Auf einem mit allerlei regionalen (Haus-)Tieren bevölkerten Bauernhof wird der unerwartet erkrankte Bauer mit einem Notarztwagen abtransportiert. Plötzlich sind die Tiere auf sich allein gestellt und müssen für sich selbst sorgen. Dabei entdecken Hunde und Katzen, Puten und Perlhühner, Schweine und Pferde allmählich ihre "Wildheit" wieder. Und so wird aus dem sorgsam gehüteten Gehöft mit einem Mal eine wilde Farm, in der die animalischen Bewohner ohne menschliche Kontrolle tun und lassen können, was sie wollen.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*