KRITIK

Wild Child

Wild Child Poppy ist ein böses Mädchen gewesen. Deswegen muss sie bestraft werden. Und insgeheim sehnt sie sich bestimmt auch selbst nach Züchtigung. Jedenfalls hat sie den Bogen überspannt, und deswegen wird die freche 16-jährige Göre von ihrem herzlosen Vater aus dem Luxusleben in Malibu gerissen und auf ein piefiges englisches Mädchen-Internat geschickt.

Dort sind mausgraue Schuluniformen statt Gucci-Klamotten Pflicht, außerdem Handys verboten, weswegen Poppy nicht mal ihren Therapeuten erreichen kann. Professionelle Hilfe täte aber nicht nur ihr gut, sondern auch den versnobten Mitschülerinnen, die sich in puncto Zickigkeit kaum von Poppy unterscheiden. Aber ach, wie man sich beinahe denken kann, lernt die verzogene Amerikanerin bald dennoch die Vorzüge des einfachen Lebens zu schätzen. Und hinter der vorlauten Draufgängerinnen-Fassade steckt in Wahrheit ein trauriges Kind, das zu früh seine Mutter verloren hat. Jungfrau ist Poppy obendrein noch, was wichtig ist in Zeiten, in denen keimfreie Filme wie „High School Musical“ die Straßenfeger sind.

Dass Regisseur Nick Moore („Notting Hill“) in dieser britisch-amerikanischen Koproduktion jedoch sehr bewusst und sehr offensiv mit dem Lolita-Sexappeal seiner Hauptdarstellerin Emma Roberts spekuliert, passt zu der Verlogenheit des gesamten Unternehmens. „Wild Child“ ist eine schon staunenswert unoriginelle Ansammlung von Klischees und Versatzstücken – und tut sich keinen Gefallen damit, laufend andere, bessere Filme zu zitieren.



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INHALT

High-Society-Gör Poppy schwelgt im Luxus, kennt dank steinreicher Eltern keine finanziellen Sorgen und ist der Star an ihrer Schule. Glück allerdings ist nicht käuflich und so nervt die aufmüpfige 16-Jährige ihren Daddy so lange, bis diesem der Kragen platzt und er sie in ein englisches Elite-Internat verbannt. Die knallharten Regeln, das schlechte Wetter und Schüler, die Poppys Allüren piepegal sind, werden zur echten Herausforderung.
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