KRITIK

Wie das Leben so spielt

Wie das Leben so spielt Judd Apatow („Beim ersten Mal“) hat sich zur zentralen Gestalt der amerikanischen Filmkomödie gemausert. Nicht alles, was er anpackt, glänzt, aber das meiste wurde zu Gold. Doch die erste direkte Zusammenarbeit mit seinem früheren WG-Genossen Adam Sandler (abgesehen vom Drehbuch zu „Zohan“) ist in den USA gefloppt, und auch hier dürfte kein größerer Staat damit zu machen sein. Das Hauptproblem: Die über epische 140 Minuten ausgewalzte autobiografische Läuterungsgeschichte aus dem Komiker-Milieu bleibt zwischen Zotenposse und Selbstfindungsmelodram stecken.

George Simmons, wie sein Darsteller Sandler ein Superstar, erfährt am Anfang von seiner tödlichen Leukämie. Ernüchtert will er nun zurück zu seinen Ursprüngen als Stand-Up-Comedian in kleinen Clubs. Den verkrachten Nachwuchs-Komiker Ira (Apatow-Stammschauspieler Seth Rogen) macht er zum ausgenutzten Assistenten. Durch ihn und seine zwei WG-Mitbewohner kommt Fäkalwitzniveau in den Film, der dann aber wieder abrupt und holprig die Richtung wechselt und zur wehmütig-sentimentalen Liebesschicksalsschnulze degeneriert.

Richtig missglückt ist „Funny People“ (so der Originaltitel) zwar nicht: Etliche witzige Dialoge, lustige Cameo-Auftritte und ein akzeptabel zwischen Zynismus, Albernheit und tiefer Verzweiflung pendelnder Sandler deuten an, wohin die Reise gehen sollte. Doch Apatows Regie läuft einfach nicht rund: endlos mäandernde Szenen, die wie ein Rohschnitt aussehen, in einer Erzählung, die sich nie in klare Stimmungen und Töne auflöst.



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INHALT

Starkomiker George Simmons befindet sich gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere, als er von seiner unheilbaren Bluterkrankung erfährt. Sein Arzt eröffnet ihm, dass er nur noch ein Jahr zu leben hat. Simmons muss gerade in seiner schwierigen Situation feststellen, dass er keine richtigen Freunde hat und die einzige Frau, die er wirklich liebte, betrog. Er stellt den aufstrebenden, erfolglosen Standup-Comedian Ira als Assistenten und Mädchen für alles ein. Es entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen den beiden.
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