KRITIK

Wickie und die starken Männer

Wickie und die starken Männer Alles, was Michael „Bully“ Herbig beruflich umsetzt, ist ein großer Erfolg. Angefangen von seinen Sketchen im Radio über die „Bullyparade“ im Fernsehen mit seinen Kollegen Tramitz und Kavanian bis hin zu den drei Kinofilmen, die bisher über 23 Millionen Menschen gesehen haben. Das Münchner Allroundtalent weiß genau, worüber die Deutschen und ihre deutschsprachigen Nachbarn gerne lachen. Es sind die kleinen menschlichen Fehler, die kleinen Schwächen, die uns auszeichnen. Und genau diese Schwächen überzeichnet er und kleidet sie in verschiedene Figuren. Sein Erfolgsgeheimnis ist die Parodie.

Doch genau dieses Erfolgsrezept wollte Michael Herbig, den alle nur „Bully“ nennen, mit der Realverfilmung der sehr erfolgreichen Zeichentrickserie „Wickie“ nicht umsetzen. „Wickie wird keine Parodie. Ich will mit diesem Film auf keinen Fall die Wickie-Fans verärgern“ gab er noch während des groß inszenierten Castings auf Pro 7 und damit lange vor den Dreharbeiten am Starnberger See bekannt.

Nein, „Wickie und die starken Männer“ ist keine Parodie und auch keine Persiflage, es ist, so tönt Produzent Christian Becker, schlichtweg „der teuerste deutschsprachige Family-Entertainment-Film, der bislang gedreht wurde“. Ob der 41jährige Münchner Bully Herbig mit diesem Kinderfilm – von Family Entertainment ist der Film weit entfernt – seine zahlreichen Fans verärgert, das wird sich nach der Auswertung des Einspiels herausstellen. Sein Wickie kommt jedenfalls ohne den typischen tuntig angehauchten Klamauk aus, den die vielen „Bully“-Fans mit den Jahren lieben und schätzen lernen durften.

Aber genau das tut dem Film „Wickie“ sehr gut. Die Handlung ergibt sich aus vielen Einzelteilen aus dem riesigen Fundus der 72teiligen Zeichentrickserie. Auf Malta und am Starnberger See in einem eigens erbauten Dorf gedreht, sind Ausstattung und Kulissen der Realverfilmung bemerkenswert. Und fernab des Klamauks ist Michael Bully Herbig mit dieser Abkehr eine liebeswerte Hommage an die populäre Zeichentrickfigur gelungen, die mit Witz und Fantasie alle Untiefen des deutschen Komödiengenres umschifft und dabei mit einem schrullig-charmanten Figurenensemble ebenso zum Lachen wie zum Mitfiebern anregt.

Das dürfte nicht zuletzt diejenigen begeistern, die endlich eine gelungene deutsche Roman- oder Comicverfilmung sehen wollen. Eine, die vieles besser macht als die Verfilmungen von beispielsweise „Die rote Zora“, „TKKG“ und Co.



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INHALT

Wickie, der kleine liebenswerte Junge mit den rotblonden Haaren, lebt zusammen mit seiner Mutter Ylva und seinem Vater Halvar, dem stursten Wikinger-Chef aller Zeiten, im Wikinger-dorf Flake. Die Wikinger sind von Natur aus starke, unerschrockene und laute Gesellen. Wickie jedoch ist ganz anders: zurückhaltend und zart besaitet. Doch er besitzt eine Gabe, die kaum einer seiner Mitwikinger hat: Er ist schlau, um nicht zu sagen: sehr, sehr schlau – und überzeugt mit Ideen frei nach dem Motto „Keine Muskeln, dafür Köpfchen!“

Eines Tages wird das Dorf von einer skrupellosen Horde wilder Fremder mit Angst einflößenden Drachenmasken heimgesucht und gnadenlos überfallen. Die allergrößten und liebsten Schätze der Dorfbewohner werden geraubt: nämlich ihre Kinder! Alle, bis auf Wickie, der sich – Glück im Unglück – beim Drachenfliegen in einem Baumwipfel verheddert hatte. Wickies Vater Halvar und die anderen Wikinger aus Flake hissen die Segel, um die Kinder zu befreien und begeben sich so in ein großes, spannendes Abenteuer auf hoher See. Und was macht Wickie? Immer wieder muss er mit seinen schlauen Einfällen und Ideen seine Freunde aus schier ausweglosen Situationen befreien.

Mit von der Partie sind natürlich auch die sich ständig streitenden Tjure und Snorre, der in die Jahre gekommene weise Urobe, Gorm, der ständig entzückt ist, der Barde Ulme und natürlich der gutmütige, große, starke und dicke Faxe. So unterschiedlich die Freunde aus Flake auch sind, eines gilt für alle: Sie halten zusammen, egal, was kommt ... Nur was, wenn der Schreckliche Sven, der schlimmste Pirat aller Zeiten, auftaucht? Dann erst recht!
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Eure Kritiken zu Wickie und die starken Männer

  1. mycinema

    super bully film

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