KRITIK

What a Man

Filmplakat zu What a ManSo eitel man ihn vielleicht finden mag, so überdrüssig man seines dauerbeleidigten Kampfes für seichte Feierabendunterhaltung auch ist: Til Schweiger hat, zumindest in seinen Geläuterter-Macho-Possen „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“, den Nerv des Publikums getroffen. „What a Man“ ist freilich kein Film von oder mit Til Schweiger – was man kurioserweise erst beim zweiten Hinsehen merkt. Denn was Mathias Schweighöfer, ohne Frage einer der sympathischsten Mimen der jüngeren deutschen Schauspielriege, hier für sein Regiedebüt zusammengerührt hat, wirkt in Gestus, Stil, Thema und Tonfall bisweilen wie eine Blaupause der Schweiger-Hits.

Immerhin: Anders als Schweiger inszeniert sich Schweighöfer (der in den erfolgreichen „Ohr“-Filmen auch mit von der Partie war) nicht als unwiderstehlichen Frauenhelden, sondern als schüchtern-liebenswerten Frankfurter Waldorfschullehrer, als Softie – so schüchtern und so liebenswert, dass sich seine Freundin (Mavie Hörbiger als zickige Blondine) mit dem kernigen Nachbarn (Thomas Kretschmann) und dessen SM-Utensilien vergnügt.

Szene aus dem Film What a ManAlex, so des soften Lehrers Name, zieht frustriert bei der besten Freundin ein (Sibel Kekilli), und während der Zuschauer sofort ahnt, welches Paar hier am Ende glücklich sein darf, muss Alex erst noch Macho-Anbagger-Training, Holzhack-Coaching im Wald und allerlei anderen post-feministischen Männlichkeitsvergewisserungsschmarrn durchstehen. Bis, ja bis ihm endlich das rettende Licht aufgeht. Dazwischen wird das übliche Schweiger-Gemisch aus Zoten, Kalauern, Romantik und kullernden Kinderaugen reproduziert. Die Inszenierung ist durchaus flüssig, manch Dialog hat sogar angenehme Schärfe, doch einer will dabei einfach nicht weichen: der spießige Geist welker 90er-Jahre-Beziehungsklamotten. Überraschungen und Entwicklungen bleiben aus.

  

Kritikerspiegel: What A Man



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Dimitrios Athanassiou
Moviemaze.de
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann.. Wochenschau, Mehrfilm.de
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Bernhard Trecksel
Die Wochenschau
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Sascha Westphal
epd Film, Die Welt, FR
1/10 ★☆☆☆☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 





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INHALT

Alex ist 30 Jahre alt, Lehrer, liebenswert, wenig durchsetzungsfähig und überaus domestiziert. So sehr, dass er sogar freiwillig die gemeinsame Wohnung räumt, als Freundin Carolin mit Jens, dem harten Kerl aus dem zweiten Stock, eine Affäre beginnt. Geknickt sucht er Trost und Unterschlupf bei Freundin Nele, die zwar weiß, wie man Pandas rettet, aber in Sachen Beziehungen selbst arg trudelt. Gut, dass er einen Kumpel wie Okke hat, der nur zu gern bereit ist, ihn zum Parade-Macho auszubilden.
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