KRITIK

Weisse Lilien

Weisse Lilien Eine ätherische Rothaarige lebt in einer futuristischen Wohnblock-Stadt. Der gewalttätige Ehemann sitzt ihr im Nacken. Irgendwas stimmt nicht in dieser verdächtig schönen neuen Welt. Was es ist, bleibt bis zum Schluss diffus, aber auch die scheinfreundlichen Nachbarn haben damit zu tun.

Klingt nach Polanski-Filmen wie „Der Mieter“ oder „Rosemary`s Baby“, kommt aber aus Österreich und versucht auf geradezu peinigende Weise, ein rätselhafter Science-Fiction-Thriller im David-Lynch-Stil zu sein. Ein paar Dinge haben neugierig gemacht: Regisseur Christian Frosch drehte die wunderbar trashige Esoterik-Farce „Die totale Therapie“ mit Blixa Bargeld und zuletzt das experimentelle „Kafka-Fragment“.

Auf der Besetzungsliste stehen Theater-Stars wie Brigitte Hobmeier, Johanna „Gudrun Ensslin“ Wokalek und Martin „Kommissar Keppler“ Wuttke. Trotzdem: Es ist ganz prätentiöser Schwurbel. Frosch bemüht sich um surreale Bilder einer aus Raum und Zeit enthobenen Parallelwelt, lässt wie bei Lynch hexenhafte Alte, traumartig singende Jazz-Chanteusen, rollstuhlfahrende Patriarchen und deplatziert chargierende Nebendarsteller (Günther Kaufmann) durchs Bild schweben.

Huch, wie mysteriös! Wie die Hobmeier dann aber 95 Minuten lang entrückt in Korridoren und Apartments steht und aus verkanteten Perspektiven beim Starren gefilmt wird – nein, das will man wirklich nicht sehen.



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INHALT

Hannah lebt im komplett überwachten Neustadt, für die als "eine neue Stadt für neue Menschen" geworben wird. Sie leidet unter ihrem gewalttätigen Freund Branco und zieht ins Apartment einer Selbstmörderin. Da verschwinden Freunde von ihr und auch ihr Ehemann. Sie wird zur Hauptverdächtigen, droht den Verstand zu verlieren, wäre da nicht Anna, ihre geheimnisvolle Freundin, die sich gegen das System auflehnt.
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