KRITIK

Wall.E

Wall Die Naturgesetze sind auch in ferner Zukunft noch in Kraft. Eines lautet: Immer bleibt irgendein Trottel übrig, der für die anderen den Dreck wegräumen muss. In diesem Fall ist das Wall-E, ein niedlicher, kulleräugiger Roboter, der als letzter seiner Serie den Müll, den die Menschheit hinterlassen hat, in handliche Würfel presst und zu stattlichen Wolkenkratzertürmen stapelt, seit 700 Jahren schon.
Die Ex-Bewohner des nunmehr grauen Planeten sind längst vor dem Chaos, das sie angerichtet haben, in eine Luxus-Arche im All geflohen, wo sie den ganzen Tag die Mattscheibe vor der Nase haben und auf schwebenden Sesseln verfetten. Wall-E hingegen hat im Laufe seiner solarbetriebenen Sisyphos-Arbeit zunehmend Gefallen am Müll gefunden und hortet Schätze aus längst vergangenen Zeiten, Zauberwürfel, Feuerzeuge, auch eine Videokassette des Musicals „Hello, Dolly“, das sich der mechanische Romantiker gern vorm Zubettgehen ansieht. Und eines Tages stößt er inmitten des Unrats sogar überraschend auf ein zartes grünes Pflänzchen der Hoffnung.

Dieser Trickfilm der Pixar-Animation-Studios („Toy Story“, „Ratatouille“), die mittlerweile zum Disney-Konzern gehören, spiegelt auf durchaus kindgerechte Weise Hollywoods neues Ökobewusstsein, das mit der Hybridauto-Mode und Promifotos an der Seite kleiner Eisbären begann.

„Wall-E“ ist rührend, unterhaltsam, manchmal ein bisschen kitschig in seiner Nostalgie. Der Film ist das Entertainment-Pendant zu Al Gores „Unbequemer Wahrheit“, wobei Produzent John Lasseter und Regisseur Andrew Stanton ihre Botschaft eben in eine Roboter-Romanze zwischen Wall-E und der schönen Eve verpacken, einer blütenweißen Blech-Schönheit neuester Produktion. Die Pixar-Schöpfer glauben daran, dass Filme sich unmittelbar aufs Handeln auswirken können, und dazu haben sie auch allen Grund, schließlich spülten tausende Kinder weltweit nach „Findet Nemo“ ihre Zierfische ins Klo.



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INHALT

700 Jahre sind vergangen, seitdem die Erde in der Apokalypse versunken ist. Seither hat der kleine Haushaltsroboter Wall-E brav die ihm verordneten Arbeiten verrichtet und Wolkenkratzer-hohe Türme von Schutt errichtet. Seine Routine gerät aus den Fugen, als ein Raumschiff landet und den modernen weiblichen Androiden Eva auslädt, die nach Leben suchen soll. Wall-E ist sofort verknallt und schenkt Eva einen Sprössling, den er gefunden hat. Als sie wieder abgeholt wird, folgt er Eva ins Weltall.
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Eure Kritiken zu Wall.E

  1. WesternGirl

    Eun suuuper Filml. Unbedingt anschauen. Mit der ganzen Familie. Lohnt aich. Total süß.

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