KRITIK

Wahlkämpferin, Die

Bild (c) 2016 Warner Bros. Pictures.

Bild (c) 2016 Warner Bros. Pictures.

Wenn Politiker in den USA hinter den Erwartungen der potentiellen Wählerschaft zurückbleiben, müssen die „Spin Doctors“ ran, hartgesottene PR-Berater des Wahlgewerbes, die den strauchelnden Volksvertretern mit Image-Tricks und Rhetorik-Kniffen zurück in die Spur helfen sollen. Auch in fremde Länder werden die Wahlhelfer exportiert, so etwa 2002 nach Bolivien, wo ehemalige Clinton-Politberater dem in Ungnade gefallenen Präsidenten Sánchez de Lozada die Wiederwahl sicherten. Den 2005 dazu entstanden, sehenswerten Dokumentarfilm „Our Brand is Crisis“ hat „Ananas Express“-Regisseur David Gordon Green in einen Spielfilm verwandelt – mit fiktionalisiertem Personal zwar, aber ebenfalls in Bolivien angesiedelt.

Dort in Südamerika kämpfen zwei konkurrierende Spin Doctors um Wählerstimmen für ihre Klienten: „Gravity„-Star Sandra Bullock coacht den konservativen Präsidenten, während ihre langjährige Nemesis, der PR-Zampano Candy (Billy Bob Thornton, „Fargo“), der linken Opposition Beine machen soll. Um Inhalte geht es dabei nie, einzig der Verkaufserfolg zählt. Und zwar mit allen Mitteln.

Szene_WahlkaempferinDavid Gordon Greens „Die Wahlkämpferin“ hat immer dann Biss, wenn sich der Regisseur mit satirischem Gusto auf den Zynismus einer Branche stürzt, die mit billigem Pathos und knallharten Lügen ihrem ergebnisorientierten Gewerbe nachgeht. Doch irgendwann zerfällt der Stoff, den Drehbuchautor David Straughan umgeschrieben hatte – er landet im Nirgendwo zwischen kitschigem Läuterungsdrama und Komödie mit ungutem Fokus auf Slapstick. Immerhin: Sandra Bullock beweist Mut, indem sie ihre Figur überraschend lange als Unsympathin durch die Szenen schickt. Dennoch ist „Our Brand is Crisis“, so der Originaltitel dieser unausgegorenen Mixtur, in den USA gefloppt und konnte nicht einmal das Budget von 28 Mio. US-Dollar wieder einspielen.

 




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INHALT

Ein bolivianischer Präsident schneidet bei den Umfragen zu seiner Wiederwahl sehr schlecht ab und engagiert eine versierte Gruppe amerikanischer Berater unter der Leitung der zwar schwer angeschlagenen, aber immer noch genialen Strategin „Calamity“ Jane Bodine (Bullock). Jane bekam ihren Spitznamen einst durch einen Skandal, der sie tief erschüttert hat – daraufhin ist sie freiwillig aus der Branche ausgestiegen. Dass sie sich jetzt dennoch für die neue Kampagne engagieren lässt, hat allein mit ihrem Erzfeind zu tun, dem widerlichen Pat Candy (Thornton), der inzwischen für die bolivianische Opposition arbeitet. Endlich bekommt Jane die Chance, Candy zu schlagen. Doch Candy kennt Janes wunde Punkte – privat und im Wahlkampf – nur zu genau, und dadurch stürzt sie in eine persönliche Krise, die durchaus mit jener Situation zu vergleichen ist, die von ihrem Team ausgenutzt wird, um die Umfragewerte der Opposition zu verbessern. (Text: Warner Bros. Germany)
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