KRITIK

Waechter des Tages

Waechter des Tages Mehr als eine Handvoll Geschichten, die man sich über Leben, Liebe und Tod erzählen kann, gibt es ja nicht. Diese russische Fantasy-Extravaganza wählt einmal mehr die Variante vom ewigen Kampf Gut gegen Böse, und wie dabei dem Genre tatsächlich noch Neues, Überraschendes abgetrotzt wird, das ist schon staunenswert.

Verkörpert wird der mythische Antagonismus hier im Duell zwischen den finsteren Wächtern des Tages, Vampiren und anderen Kreaturen, und den wohlmeinenden Wächtern der Nacht, auch sie übersinnlich begabte Weltenwanderer. Wie schon im ersten Teil der Roman-Adaption des gelernten Werbefilmers Timur Bekmambetow droht der Waffenstillstand gebrochen zu werden, den die Parteien Jahrhunderte zuvor geschlossen haben. Nicht weniger als die Apokalypse steht auf dem Spiel, um die Jagd nach der „Kreide des Schicksals“ geht es.

Held der Untergangsfabel, die im zeitgenössischen Moskau spielt, ist auch in dieser Fortsetzung des in Russland sagenhaft erfolgreichen Actionabenteuers der leicht zynische Loner Anton (Konstantin Chabenski). Auch er ist ein sogenannter „Anderer“, der seinerzeit, so erinnert uns der Film, einen Pakt mit einer Hexe schloss, sich jedoch für die Seite des Guten entschied und nun mit den Wächtern der Nacht durch den Moloch patrouilliert.

Antons Sohn Yegor jedoch, mit dem Vater über Kreuz, wächst unter der Obhut des sinistren Fürsten Zavulon im „Hotel Kosmos“ zum sagenhaft mächtigen Bösewicht heran. Noch dazu quälen Anton Liebesnöte: Er ist in eine Kollegin verliebt, der er sich, nach einer hübschen Körpertausch-Kapriole des Drehbuchs, als Frau unter der Dusche nähert.

Bekmambetow bebildert diese Saga in dreckigem, teils geradezu ruinösem Look, der bis hin zu Tschetschenien-Assoziationen reicht. Die Wirrnis der atemlosen, überlangen Geschichte aber ermüdet auch. So stehen sich in diesem Film, in jeder Hinsicht, Licht und Schatten gegenüber.



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INHALT

Der Mord an Nachtgeschöpf Galina gefährdet das Gleichgewicht zwischen den Kräften des Guten und des Bösen, das Wächter auf beiden Seiten kontrollieren. Anton soll den Fall klären, den Zavulon, der Anführer der Dunklen, für seine Zwecke nutzen will. Doch Anton ist abgelenkt, will seinen attraktiven Schützling Svetlana ausbilden und sich auch mit seinem der dunklen Seite verfallenen Sohn versöhnen.
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Eure Kritiken zu Waechter des Tages

  1. Felix

    Der Film soll angeblich für den internat. Markt geschnitten worden sein. Doch selbst geschnittene 130 Minuten können sich anfühlen wie 5 Stunden. All die innovativen Dinge die an Teil eins noch zu überraschen wussten, sucht man im Nachfolger vergeblich – vorallendingen die tollen Kämpfe und Szenen im Zwielicht. Hier sind sie nur am Anfang und am Ende zu finden. Lamgweilig.

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