KRITIK

Waechter der Nacht – Nochnoi Dozor

Waechter der Nacht - Nochnoi Dozor
Nun tobt er wieder, der Kampf des Guten gegen das Böse, der zeitloseste Krieg im Kino. Die berittenen Armeen des Lichtes und der Finsternis begegnen sich hier zu Beginn auf einer gotisch-düsteren Brücke im Schlachtgemetzel, die Schwerter blitzen furchterregend in der ewigen Finsternis, die Toten fallen auf beiden Seiten. Ein Sieger aber ist nicht auszumachen, und so einigen sich die Führer der verfeindeten Lager schließlich auf einen Waffenstillstand – am Tage sollen darüber die dunklen Kräfte wachen, nachts die Lichtgestalten.
Aus der grauen Vorzeit springt Timur Bekmambetovs Dämonen-Spektakel ins heutige Moskau. Dort sucht der verschlossene Anton (Konstantin Chabenskij) den Rat einer zwielichtigen Seherin, die ihre Hexendienste anbietet, um das ungeborene Kind von Antons Freundin zu töten, das nicht von ihm stammt. Doch bevor es soweit kommen kann, stürmt eine Truppe von Nachtwächtern die Szenerie -und erkennt in Anton einen Seelenverwandten. Der folgt seiner Berufung fortan, indem er hinter einer Sonnenbrille verborgen als Loner in den U-Bahn-Katakomben des Molochs Jagd auf Vampire und andere Schattenwesen macht, die den Friedenspakt zu brechen versuchen.

Eine gewisse Geistesverwandtschaft zwischen der „Herr der Ringe“-Saga und dieser Verfilmung eines russischen Fantasy-Bestsellers ist nicht von der Hand zu weisen. Nicht nur, weil Sergeij Lukjanenkos „Wächter“-Epos ebenfalls drei Teile umfasst, sondern wegen des archaisch raunenden Mythenspiels, das hier wie dort betrieben wird. In seiner Heimat hat Bekmambetovs Adaption des ersten Teils alle Kassenrekorde gebrochen. Der Regisseur erzählt eine effektpralle Neo-Noir-Fabel, die in ihrer schick-schwarzen Gothic-Coolness auch an „Blade“ erinnert. Technisch bewegt sich die Dämonen-Mär auf amerikanischem Blockbuster-Stand, zugleich bewahrt sie sich aber eine undurchdringliche Melancholie, die man für spezifisch russisch halten möchte. Das Vergnügen an der passagenweise auch kruden Story ist aber zumal dem vorzüglichen Hauptdarsteller Chabenskij zu verdanken, der als Schmerzensmann in Kapuzenjacke durch die Twighlight-Zone wandelt und mit einer Prophezeiung konfrontiert wird, die für die Folge der Trilogie einigen Thrill verspricht.



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INHALT

Seit Hunderten von Jahren liegen auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion gute und schlechte überirdische Kräfte im direkten Clinch miteinander. Weil man sich wegen etwa gleicher Stärke nicht gegenseitig ausrotten kann, herrscht ein fragiler, von beiden Seiten überwachter Waffenstillstand, der nun durch zwei unabhängig voneinander stattfindende Ereignisse aus dem Gleichgewicht zu geraten droht. Anton, vor Jahren für die Organisation der Guten namens "Night Watch" in Dienst getreten, soll das Schlimmste verhindern.
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Eure Kritiken zu Waechter der Nacht – Nochnoi Dozor

  1. Bullenkopp

    Ein packendes, originelles Fantasy-Drama und man darf gespannt sein auf die naechsten beiden Teile.

  2. Manni

    Guter Film, auch im russ. Original. Verwirrend, packend, lohnt sich!

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