KRITIK

vierte Macht, Die

Plakat zum Film Die vierte MachtDennis Gansel hat über Nazi-Jugendcamps, Faschismusexperimente und Vampir-Diven Filme gemacht. Mit extrem („Die Welle“) bis weniger großem Erfolg. Jedoch alle seine Werke sahen optisch stark nach Hollywood aus. Er ist einer der wenigen deutschen Kino-Regisseure, die in Bild und Ton konsequent „groß“ denken. Dafür gebührt ihm Respekt.

Und auch sein aktueller Film, „Die vierte Macht“, mit Blick auf den internationalen Markt auf Englisch gedreht, sieht ziemlich schick aus. Gansel schickt eine Art „Zettl“ – Moritz Bleibtreu als deutscher Boulevard-Journalist in der Lebenskrise – nach Moskau. Er soll dort als Nachtleben-Reporter ein siechendes Boulevardmagazin aufpäppeln. Warum das ausgerechnet ein Deutscher tun soll? Wurscht. Bald wird ein regimekritischer Kollege ermordet, eine Bombe geht hoch, Bleibtreu kommt als vermeintlicher Terrorist in den Knast. Eine Intrige!

szene aus dem Film Die vierte MachtRegisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel zwingt reale Bombenanschläge von 1999, mögliche Hintermänner in der russischen Putin-Regierung, den Tschetschenienkrieg und die Vergangenheit des Reporters unter einen Hut, überdies will er die Rolle der Medien und die Korrumpiertheit der Mächtigen verhandeln, und tut dies alles doch nur als Standard-Actionthriller in feschen Bildern. Das ist viel zu viel mit eindeutig zu wenig Mitteln, also im Großen und Ganzen doch arg verhoben.

  



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INHALT

Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) ist Szenejournalist in Berlin. Da er in einer Krise steckt, geht er nach Moskau, um dort für ein russisches Boulevard-Magazin zu arbeiten. Der Mann, der ihm die Türen öffnet, ist Alexej Onjegin (Rade Serbedzija). Es läuft alles ziemlich gut und er lernt sogar eine neue Frau kennen, Katja (Kasia Smutniak). Aber sie bringt ihn dazu, sich für die Politik zu interessieren.
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Eure Kritiken zu vierte Macht, Die

  1. Danielle V.

    Das Problem ist doch, dass es eben KEIN Actionfilm ist, er aber die Dramaturgie eines Actionfilms hat. Das heisst, die actionüblichen Sequenzen fehlen fast komplett, die Handlung geht in ihrer Banalität aber eben höchstens auf Actionfilmniveau…das, was der FIlm eigentlich sein will…ein wirkliches intelligentes, vielschichtiges Werk ala „Michael Clayton“ mit politischen Zügen…..ist er einfach nicht.
    Trotzdem Hut ab, dass Gansel es überhaupt geschafft hat, diesen Film aufzustellen und durchzuziehen. Visuell gelungen ist er allemal! Nur mehr Action wäre vorteilhaft gewesen…

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