KRITIK

Vielleicht vielleicht auch nicht

Vielleicht vielleicht auch nicht Die meisten Kinder wollen ja irgendwann wissen, wie ihre Eltern sich eigentlich kennen gelernt haben, und im günstigsten Fall bekommen sie dann die jugendfreie Version einer stürmisch-romantischen Schicksalsbegegnung zu hören. Und nicht bloß: „Im Büro“. Oder: „In der Kneipe“.

Auch die junge Maya (Abigail Breslin) möchte von ihrem Vater Will (Ryan Reynolds) wissen, wie das eigentlich damals war, mit ihm und Mom. Als Antwort allerdings kommt eine ziemlich lange und verwickelte Geschichte, und der Anlass ist ein trauriger: Die Eltern lassen sich gerade scheiden. Will bemüht sich trotzdem, seiner Tochter nichts vorzumachen. Als gewiefter Dramaturg tauscht er nur die Namen in seiner autobiographischen Erzählung aus, die von einem jungen Mann voller Hoffnungen und drei ziemlich komplizierten Frauen handelt. Und nun muss Maya erraten, welche davon wohl ihre Mutter ist.

Das ist die charmante Ausgangslage einer sehr kurzweiligen, romantischen Komödie, die überwiegend in den wilden 90er Jahren spielt – zu einer Zeit also, als Mobiltelefone noch rhabarberblattgroß waren, Kurt Cobain noch nicht zur Schrotflinte gegriffen hatte und die Menschen noch rauchen durften, ohne wie zweibeinige Kakerlaken angesehen zu werden. Wobei Maya ihrem Vater bei der Erwähnung eines Zigarettenkaufs entsetzt ins Wort fällt.

Immer wieder bricht Regisseur und Autor Adam Brooks („Bridget Jones“) die Erzählung auf diese Weise amüsant auf, forciert das Wechselspiel zwischen Rahmen und Rückblende, was nicht schlecht funktioniert.

Will jedenfalls schildert seiner Tochter eine Zeit des Aufbruchs. Er lässt Anfang der 90er seine College-Liebe Emily (Elizabeth Banks) zurück und geht nach New York, um im Wahlkampfteam von Bill Clinton zu helfen. Zwischen niederen Tätigkeiten lernt Will dort April (Isla Fisher) kennen, das flippige Kopier-Girl. Ist sie Mayas Mutter? Oder doch eher Summer (Rachel Weisz), die eigentlich anderweitig liiert, aber sehr liberal in solchen Dingen ist?

Die Auflösung dieser Whodunit-Romanze interessiert eigentlich nicht, aber die Beziehungs-Episoden sind – trotz des gefälligen Grundtons – sehr unterhaltsam in Szene gesetzt ist.



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INHALT

Mittdreißiger Will Hayes vollzieht gerade die Scheidung, als seine zehnjährige Tochter Maya ihn Löcher in den Bauch über seine Vergangenheit fragt: 1992 zog er als Nachwuchspolitiker voller Ideale nach New York, um bei Clintons Wahlkampagne zu helfen. Drei Frauen kommen nun als Mayas Mutter in Betracht: Die anlehnungsbedürftige Emily, die langjährige Freundin April und Journalistin Summer.
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Eure Kritiken zu Vielleicht vielleicht auch nicht

  1. Susanna

    Ein schöner Film. Ein Film fürs Herz. Mit guten Darstellern.

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