KRITIK

Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn

Bild (c) 2016 Twentieth Century Fox.

Bild (c) 2016 Twentieth Century Fox.

Victor Frankenstein ist ein Wissenschaftler, der den Tod zu überlisten versucht – und dabei selbst nicht totzukriegen ist. Zumindest in Kino und Fernsehen, wo Mary Shelleys Romanheld von 1818 nach wie vor regelmäßig wiederaufersteht: Letztes Jahr erst fand er sich, in die Jetztzeit versetzt, in der Fantasywelt von „I, Frankenstein“ wieder, deutlich fruchtbarer wird seine Figur momentan in der TV-Serie „Penny Dreadful“ variiert. Regisseur Paul McGuigan („Wicker Park“) bleibt in dieser Neuversion dem 19. Jahrhundert treu, verschiebt den Fokus aber auf Victors buckligen Assistenten Igor, der mit dem berühmten Arzt das Interesse an menschlicher Anatomie teilt – im Gegensatz zu diesem aber weiß, wann es mit den Erweckungsfantasien auch mal genug ist.

Szene_Victor_FrankensteinDie dramaturgische Bewegung im Film von Paul McGuigan („Lucky Number Slevin“) oder vielmehr im Script von Max Landis („American Ultra“) weg vom Roman (in dem Igor nicht auftaucht) und vom „Monster“ ist interessant, geht aber schief: Als Gruselfilm taugt der Film nicht, als Drama ist er zu flach. Igor (Daniel „Harry Potter“ Radcliffe) wird gleich am Anfang vom Jahrmarkt geholt und rasch seines Buckels entledigt, „X-Men“-Professor James McAvoy ergeht sich als Frankenstein in irritierendem Overacting. Doch wenn die Figuren egal sind, nützt selbst das pompöseste Finale mit Blitz und Geschepper nichts mehr. Nein. Diesmal total vergeigt.

 

 

 

Merken



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*