KRITIK

Verliebt in eine Hexe

Verliebt in eine Hexe
Wenn Filmstars auf den absteigenden Ast geraten, verlegen sie sich auf Fernsehserien. Wenn sie am Ende sind, suchen sie ihr Heil in den Remakes von Fernsehserien. Der Schauspieler Jack Wyatt (Will Ferrell) ist nach einigen spektakulären Kinoflops in eben jenem Karrierekeller angelangt und versucht ein Comeback als Hauptdarsteller in einer Neuauflage der TV-Comedy „Verliebt in eine Hexe“ aus den 60ern. Alte Besen kehren gut, lautet da die letzte Hoffnung. Vakant ist allerdings noch der Part der liebenswerten und nasekräuselnden Walpurgis-Magierin Samantha. Wobei die Maßgabe lautet, ein möglichst blasses Gesicht zu casten, um Jack ins Rampenlicht zu rücken.

Mit der völlig unbekannten Isabel Bigelow (Nicole Kidman), die der verzweifelte Schmieren-Charmeur Wyatt in einer Buchhandlung beim Näschenzucken beobachtet, scheint die dekorative Idealbesetzung für die zweite Reihe gefunden zu sein, die auch brav einwilligt. Es kann ja niemand ahnen, dass Isabel wahrhaftig eine Hexe ist, die allerdings just allem Zauber abzuschwören versucht, um sich ganz menschlich zu verlieben.

Wenn Regisseure einige glücklose Projekte in Folge abgeliefert haben, retten sie sich gern in Remakes. Nora Ephron, die das Drehbuch zur orgiastischen Evergreen-Romanze „Harry und Sally“ verfasst und den Tränendrüsen-Hit „Schlaflos in Seattle“ gedreht hat, ist allerdings auch damit schon baden gegangen – ihre Variation von Lubitschs „Rendezvous nach Ladenschluss“, die Elektro-Lovestory „E-Mail für dich“, war ein Kino-Ladenhüter. Auch ihre anderen Arbeiten der jüngeren Vergangenheit, etwa die Lotto-Ballade „Lucky Numbers“, floppten. Nicht unklug also, dass sie nun wenigstens keine Eins-zu-Eins-Adaption der real existierenden Hit-Serie „Verliebt in eine Hexe – Bewitched“ vorlegt, sondern der Geschichte durch doppelten Boden Pep zu verleihen versucht. Tatsächlich ist es recht niedlich anzusehen, wie ein Schauspieler durch die Begegnung mit einer Hexe, die eine Hexe spielt, aus dem Tritt gerät. Um wirklich zu Herzen zu gehen, wirkt die Zauber-Liebe zwar zu abgehoben, aber das mag dem Sujet geschuldet sein.



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INHALT

Schauspieler Jack Wyatt hat schon bessere Tage gesehen, als ihm das Schicksal quasi als letzten Strohhalm die männliche Hauptrolle im Remake der beliebten TV-Show "Verliebt in eine Hexe" in den Schoß weht. Jetzt braucht er nur noch eine Partnerin, die ihm hoffentlich nicht die Show stiehlt, in der alten Serie wurde der Hauptdarsteller nämlich mal ausgewechselt. In der schönen Zufallsbekanntschaft Isabel wird er fündig - ohne zu ahnen, dass er vor einer richtigen Hexe auf der Suche nach bürgerlicher Normalität und mit starken Entzugserscheinungen steht. Hexe Isabel sucht ein normales Leben. Ausgerechnet in der TV-Branche glaubt sie es zu finden.
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Eure Kritiken zu Verliebt in eine Hexe

  1. Cassandra

    Schöner, unterhaltsamer Film mit einer überragenden Nicole Kidman.

  2. Schnorch

    Gähn…Meine Freundin hat mich in diesen Jeani-Verschnitt reingeschleppt. Was tut man nicht alles… Habe das Ende verschlafen.

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