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Valerian – Die Stadt der tausend Planeten

Bild (c) 2017 Universum Filmverleih.

Kenner frankophoner Comics lieben „Valé­rian et Laureline“: 22 Bände der Science-Fiction-Reihe um zwei intergalaktische Agenten sind seit 1967 erschienen, gezeichnet von Jean-Claude Mézières, geschrieben vom Literaturprofessor Pierre Christin. Ein berühmter Fan soll George Lucas gewesen sein: Immer wieder wurde ihm unterstellt, sein „Star Wars“ hätte sich kräftig bei „Valérian“ bedient.

Ein weiterer prominenter Fan ist Luc Besson. Ewig schon plante der Sci-Fi-begeisterte Regisseur („Das fünfte Element“) eine Verfilmung, doch erst das durch seinen Überraschungs-Hit „Lucy“ hereingesprudelte Geld machte das effektaufwendige Projekt nun möglich. Mit seinen kolportierten 180 Millionen Dollar Produktionskosten gilt „Valérian“ als teuerster europäischer Film aller Zeiten.

Und – ist er auch gut? Er ist auf jeden Fall eine Augenweide, ein faszinierendes Gewusel aus Formen, Farben und Figuren. Major Valérian, angemessen arrogant gespielt von Dane DeHaan („Chronicle“), und die von ihm vergeblich angeschwärmte Sergeant Laureline (selbstbewusst und sexy: Cara Delevigne, „Margos Spuren“) fliegen als Agenten des „Raum-Zeit-Service“ quer durch die Dimensionen. Ihr Chef Filitt (Clive Owen) schickt sie nach Alpha, eine Art riesiger Raumstation, in der unzählige Weltall-Völker friedlich zusammenleben. Ein Virus zersetzt die Stadt, Überlebende eines Paradiesplaneten rebellieren – die Agenten müssen ran.

Zunächst ist „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ wunderbar; man kommt aus dem Staunen kaum heraus, obgleich die Bonbonbuntheit zwischen pelzigen Gürteltierchen und hinterlistigen Rüsselvögeln fast überfordert. Danach wird es sehr unübersichtlich, denn Besson plündert sich einmal quer durch alle Comicbände. Rihanna gibt als formwandelnde Diseuse eine pikante Show, Ethan Hawke spielt einen Zuhälter, Rutger Hauer den Präsidenten, Jazz-Legende Herbie Hancock den Verteidigungsminister.

Das Schönste an „Valérian“ ist seine kompromisslose Verspieltheit. Man weiß nie, ob man gerade nur Stuss sieht oder ein idiosynkratisches Meisterwerk – was schon mal interessant ist im Zeitalter durchgenormter Blockbuster. Weniger schön sind die Besson-typischen hölzernen Dialoge und die mit 137 Minuten unnötig aufgeplusterte Spieldauer.

 

 



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INHALT

Im 28. Jahrhundert sind Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) als Spezialagenten der Regierung mit der Aufrechterhaltung der Ordnung im gesamten Universum beauftragt. Während der verwegene Frauenheld Valerian es auf mehr als nur eine berufliche Beziehung mit seiner schönen Partnerin abgesehen hat, zeigt ihm die selbstbewusste Laureline jedoch die kalte Schulter… Auf Anordnung ihres Kommandanten (Clive Owen) begeben sich Valerian und Laureline auf eine Sondermission in die atemberaubende, intergalaktische Stadt Alpha: einer Mega-Metropole, die Tausende verschiedener Spezies aus den entlegensten Winkeln des Universums beheimatet. Die siebzehn Millionen Einwohner haben sich über die Zeiten einander angenähert und ihre Talente, Technologien und Ressourcen zum Vorteil aller vereint. Doch nicht jeder in der Stadt der Tausend Planeten verfolgt dieselben Ziele – im Verborgenen wächst eine dunkle Macht heran, die nicht nur Alpha, sondern die gesamte Galaxie in Gefahr bringt. (Quelle: Universum Filmverleih)
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