KRITIK

Untraceable

Untraceable Die meisten von uns nutzen das Internet ja nur, um zu googeln und schlaue Sachen bei Wikipedia nachzulesen, aber es gibt eben auch die Bösen, denen das World Wide Web ein willkommenes Forum für allerlei kranke Ideen ist.

Von einem solchen Cyber-Psycho erzählt nun der Thriller „Untraceable“ von Gregory Hoblit, der mit dem durchaus raffinierten Vexierspiel „Zwielicht“ bekannt wurde, hier allerdings eine vergleichsweise geradlinige, um nicht zu sagen schlichte Geschichte inszeniert.

Diane Lane, die im Prinzip einen Film alleine zu tragen vermag, spielt die FBI-Agentin Jennifer Marsh, die in der Abteilung für Internet-Kriminalität arbeitet und der dort überwiegend kleine Fische ins Netz gehen. Eines Tages aber erhalten Marsh und ihr Kollege (Colin Hanks) den Hinweis auf die morbide designte Seite „www.killwithme.com“, die sich als Live-Stream für Gaffer mit perversem Geschmack entpuppt.

Zuerst sieht man dort per Mausklick der Tötung einer Katze zu, schon bald darauf ist das erste menschliche Opfer vor der Webcam zu beglotzen – und je mehr Leute die Seite ansteuern, desto schneller stirbt der Mann.

Diesem „killwithme“-Killer fallen dabei ziemlich unappetitliche Foltermethoden ein, die an die Ekeleffekte solcher Filme wie „Hostel“ und „Saw“ erinnern. Sein Motiv aber, damit verrät man nicht zu viel, ist ein didaktisches. Bürger, lasst das Glotzen sein! Mal ganz abgesehen davon, dass Hoblit diesen Oberlehrer-Horror ohne Suspense, ohne Whodunit-Kitzel und letztlich überhaupt ohne erkennbares Interesse abspult, begibt er sich mit diesem Täterprofil in zwielichtige Gefilde. Denn den Widerspruch, dass auch „Untraceable“ auf die Schaulust des Zuschauers spekuliert, kann der Regisseur nicht auflösen.



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INHALT

Die Secret Service Agentin Jennifer Marsh hat in ihrer langjährigen Karriere eigentlich schon alles gesehen. Doch der neueste Fall, an dem sie und die Sondereinheit des FBI für Internetkriminalität arbeiten, ist ein schwerer Brocken: Ein Serienmörder foltert auf einer nicht lokalisierbaren Webseite seine Opfer öffentlich zu Tode. Je mehr Besucher zuschauen, desto schneller sterben die Gefangenen. Während Jennifer die Zeit davon läuft, wendet sich der Täter an sie persönlich.
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