KRITIK

Unsere Erde

Unsere Erde Ob die beiden englischen Naturfilmer Alastair Fothergill und Mark Linfield die deutschen Eisbären Knut und Flocke kennen? Vielleicht. Doch sicher wussten sie im Jahr 2001, als sie für die BBC um die Welt reisten längst, dass es nichts Treffenderes gibt als ein Blick in die schwarzen Augen eines Eisbärenbabys, um in einer Naturdokumentation die ökologische Botschaft in die Herzen des Publikums zu tragen. Eisbären sind nicht erst seit Al Gores filmische Warnung „The Inconvenient Truth“ zum Emblem der Erderwärmung geworden. An keinem (Tier-)Schicksal ist deutlicher abzulesen, dass der Mensch drauf und dran ist, den eigenen Planeten zu zerstören.

So intoniert denn auch in dem Film „Unsere Erde“ eine vierköpfige Eisbärenfamilie das Geschehen, begleitet von der orchestralen Filmmusik der Berliner Philharmoniker um Sir Simon Rattle. Doch keine Angst, mehr Blicke in junge Tierbabyaugen gibt es nicht zu sehen. Hier geht es um die Schönheit der Erde. Und wie schön diese ist, das zeigen die Bilder dieser Dokumentation aus England mehr als eindrucksvoll.

Fünf Jahre hat sich das Team um Alastair Fothergill Zeit gelassen, um 1000 Stunden Filmmaterial von 40 Kamerateams zu einer elfteiligen TV-Reihe zusammen zu tragen. Die daraus entstandene überragende BBC-Reihe „Planet Earth“, die die Grenzen der konventionellen TV-Naturdokumentation gesprengt hatte, wurde in unzählige Länder verkauft. Und die Kinoversion, ein Kondensat aus dieser 47 Millionen Euro teuren Fernsehserie, soll in 99 Minuten das zeigen, was in den elf Teilen zuvor thematisch gelungen ist: Ein Gefühl für unseren Planeten entwickeln.

Mit neu entwickelten Aufnahmetechniken, Erfindergeist und Sinn für atemberaubende Landschaften, Tiere und Aktionen ist es dem Team um Fothergill gelungen: Sie haben den größten Naturfilm der Geschichte geschaffen. Nicht weniger hatten sie, wie zu lesen, für sich selbst beansprucht. Die Meßlatte hatten sie sehr hoch gelegt, das ganze Unternehmen war für beide „ein sehr verrücktes Unterfangen“. Wenn sich eine Kamera auf Wasserfälle stürzt, über Korallenriffe und schneebedeckte Gebirge und durchs Packeis rast, wenn sie an einem speziellen Zugsystem die gigantischen Redwood-Bäume in Kalifornien hochfährt und Tierfamilien beim Überlebenskampf beobachtet, müsste jedem Zuschauer der Atem stocken. Nur wenigen Naturfilmern sind zuvor ähnlich spektakuläre Aufnahmen gelungen.

Begleitet wird diese filmische Reise von Nord nach Süd von einem sparsamen Kommentar von David Attenborough und `Captain Jean-Luc Picard` Patrick Stewart. In Deutschland spricht Ulrich Tukur den Kommentar, nicht immer passend im Ton, doch er verhält sich im Großen und Ganzen ganz großartig: Seine Stimme drängt sich nicht vor die atemberaubenden Bilder.



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INHALT

Unsere Erde, das sind Landschaften von der Artkis bis zur Antarktis im Spiegel der Jahreszeiten, Wildtiere in ihrer ureigensten Umgebung, zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Eine Eisbärenmutter, eine afrikanische Elefantenkuh und ein weiblicher Buckelwal kümmern sich um ihre Brut, kämpfen ums Überleben.
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Eure Kritiken zu Unsere Erde

  1. Wolf

    meisterlich, ergreifend!

  2. Hinnerk

    Den Film muss man auf einer großen Leinwand sehen. Viele Bilder sind absolut beeindruckend.

  3. annkeasle

    Super Film, geniale Aufnahmen von Tieren und Landschaften. Ich hab zum ersten mal Polarlicht gesehen. Unbeschreiblich.

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