KRITIK

Unglaublichen – The Incredibles, Die

Unglaublichen - The Incredibles, Die
Fast alle Männer haben kleine Geheimnisse vor ihren Frauen. Warum sollten ausgerechnet Superhelden die Ausnahme bilden? Einen kleinen Unterschied zum durchschnittlichen Schürzenjäger oder Trunkenbold gibt es allerdings doch: Wenn Mr. Incredible, dieser Pfundskerl mit dem Bulldozer-Kinn, seiner Gemahlin vorflunkert, er gehe zum Bowling, amüsiert er sich nicht in fremden Betten, sondern lauscht dem Polizeifunk, um heimlich gegen das Böse zu kämpfen.

Denn eigentlich, und das ist die charmante Grundidee dieser Pixar-Produktion, ist die Zeit für Helden vorbei. Sämtlichen Sonderbegabten wurde von der Regierung eine bürgerliche Existenz verordnet. Und so muss Mr. Incredible nun den Alltagsjob als Versicherungssachbearbeiter und Familienvater bewältigen, womit er deutlich schlechter zurechtkommt als seine flexible Frau, in der Heroen-Szene einst als Elastigirl bekannt. Zu lange hat der sanfte Riese als gute Sisyphos-Seele den undankbaren Weltenretterjob erledigt, den er so treffend mit nicht enden wollender Putzfrauenarbeit vergleicht, als dass er nun die Pranken in den Schoß legen könnte.

Pixars Animationskünstler und Computerspezialisten betreten nach ihrem rauschenden Unterwasser-Erfolg „Findet Nemo“ Neuland: Sie erzählen kein buntes Spielzeugabenteuer, keine possierliche Zoofabel, sondern eine fantastische Familiengeschichte. Zwar sind ihre Super-Menschen comichaft überzeichnet, doch realistisch grundiert und von einnehmendem Normalo-Charakter – Helden mit heimischen Tücken ringen zu sehen, amüsiert eben. Von ähnlichem Humor lebt auch „Spider-Man 2“.

Die Story kommt zwar nicht unbedingt originell daher, funktioniert indes auf munterem James-Bond-, beziehungsweise „Spy Kids“-Niveau. Schließlich haben Mr. Incredible und Elastigirl selbstverständlich wundersam begabte Kinder in die Welt gesetzt, so dass auch der Nachwuchs sich in der Schlacht gegen einen durchgedrehten Ex-Incredible-Fan, heute Erzschurke und Allmachtsfantast, bewähren darf.

Regisseur Brad Bird inszeniert einen furiosen Showdown und liefert im Genre der computergenerierten Spaßbilder überhaupt makellose Unterhaltung. Da übersieht man gern den zwischenzeitlichen Leerlauf im Heldenleben.



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INHALT

Einst war Bob Parr unter dem Namen Mr. Incredible ein gefeierter Superheld, der jede noch so schwierige Situation im Handumdrehen meisterte. Doch seitdem alle Superhelden in Ungnade gefallen sind, fristet er nur noch ein anonymes Dasein als Schadensregulierer bei der Versicherungsgesellschaft „Rundum Sorglos“ und schwelgt in alten Zeiten. Unerwartet wird ihm jedoch eine geheimnisvolle Botschaft zugespielt, die den Superhelden in ihm zu neuem Leben erweckt. Schon bald entpuppt sich der unwiderstehliche Auftrag als Falle: Auf einer verborgenen Insel will Oberschurke Syndrome noch ein Hühnchen mit Mr. Incredible rupfen. Was für ein Glück, dass Bob nicht das einzige Familienmitglied mit Superkräften ist: Denn Ehefrau Helen vollbrachte einst als superdehnbares Elastigirl Unglaubliches, und auch die Kids Violetta und Flash sind mit überwältigenden Fähigkeiten gesegnet. Es wäre doch gelacht, wenn die Familie Incredible dem bösen Syndrome und seinen Killer-Robotern mit vereinten Kräften nicht das Handwerk legen könnte.
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Eure Kritiken zu Unglaublichen – The Incredibles, Die

  1. piet

    SuuperToller Film, viel Spasss gehabt, tzolle Seite, kann man hier tewas gewinen?

  2. Reini

    Riesenspaßein toller film, umbedingt ansehen und spaß haben..

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