KRITIK

Underworld: Aufstand der Lykaner

Underworld: Aufstand der Lykaner Es ist das Schicksal vieler Erfolgsserien: Die Geschichte ist eigentlich schon zu Ende erzählt, aber die Fans verlangen nach mehr. Die Lösung lautet Prequel, und darauf verfallen nun auch die Produzenten der „Underworld“-Saga, unter ihnen Len Wiseman, Regisseur der Vorgängerfilme „Underworld“ und „Underworld: Evolution“. Wie es überhaupt zu jener Blutfeindschaft zwischen Werwölfen und Vampiren kam, die das handlungstreibende Motiv der Gothic-Erotik-Fantasy-Serie ist, das erzählt nun der dritte Teil, der allerdings nicht den gewohnten, comichaft-energetischen Esprit atmet, was auch der Abwesenheit der bisherigen Hauptdarstellerin Kate Beckinsale geschuldet sein mag.

Der neu verpflichtete Regisseur Patrick Tatopolous bebildert stattdessen eine Romeo-und-Julia-Geschichte aus unbestimmter grauer Vorzeit, Schauplatz soll wohl das frühmittelalterliche England sein, jedenfalls ein Zeitalter der Schwerter und Armbrüste. In einem dunklen Wald regiert hier auf einer noch dunkleren Burg Vampirfürst Viktor, den Bill Nighy mit hintergründigem britischen Snobismus spielt. Überhaupt verkörpern die Vampire in der Zweiklassengesellschaft des Drehbuchs die elitäre, aristokratische Partei, die über die Rasse der schwer schuftenden, somit proletarischen Lykaner gebietet, die gekreuzt wurden aus dem Erbgut von Werwölfen und Menschen.

Viktors Lieblings-Lykaner Lucian (Michael Sheen) aber stellt sich eines Tages gegen seinen Ziehvater, weil er sich in dessen Tocher Sonja (Rhona Mitra) verliebt hat – in Viktors Augen eine Blutschande, die einen Krieg der Geschlechter entfacht.

Selbstverständlich hält diese Story eine Reihe von ziemlich heutigen Lesarten parat, aber keine davon möchte Regisseur Tatopolous einem näher bringen. Stattdessen weidet er sich an nachtromantischen Schauwerten wie Blut aus Kristallgläsern, was dem Film aber letztlich nur einen dekadenten Touch verleiht.



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INHALT

Weil er Sklaven für den Ausbau der Vampirfestung benötigt, erschafft Viktor, der Anführer der Unsterblichen, aus dem Blut des ersten Werwolfs, der ein menschliches Erscheinungsbild annehmen kann, eine neue Rasse: die Lykaner. Doch als sich Ur-Lykaner Lucian viele Jahre später in Viktors Tochter Sonja verliebt, ist dies die Keimzelle einer Rebellion, bei der sich Lykaner und Werwölfe gegen die Vampire verbünden.
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Eure Kritiken zu Underworld: Aufstand der Lykaner

  1. Kohloe

    Leider kann der Film nicht an die Qualität der Vorgänger anschließen. Es mag zwar durchaus sinnvoll erscheinen, die Vergangenheit bzw den „Aufstand der Lykaner“ zu verfilmen, dann aber doch bitte mit mehr Spannung und Epik. Das Fantasy-Flair fehlt irgendwie auch komplett, die Handlung ist leider vorhersehbar.

    Achja…das Ende deutet bereits den nächsten Teil an.

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