KRITIK

Unbekannter Anrufer

Unbekannter Anrufer Willkommen in der Rubrik „Das wöchentliche Horrorfilm-Remake“. Diesmal stammt das Rezensionsexemplar von „Tomb Raider“-Regisseur Simon West, und der nimmt seinen Job so ernst, dass man stutzig wird. Eigentlich wurde die schlicht gestrickte Grusel-Geschichte des B-Films „Das Grauen kommt um Zehn“ von 1979 seit den „Scream“-Filmen von Wes Craven durch alle möglichen Mangeln der postmodernen Zitatenhölle gequetscht, doch hier kommt sie erstaunlicherweise wieder gänzlich unironisch daher.

Highschool-Schönheit Jill Johnson (Camilla Belle) soll im ländlichen Luxus-Haus eines netten Ärzte-Ehepaares deren Kleinkinder babysitten, wird aber bald von einem unbekannten Anrufer belästigt, der als Killer tätig ist und sich, schockschwerenot, auch noch irgendwo im Haus aufhält. Das beweist zumindest die, natürlich: Fangschaltung.

Es stellt sich zuvorderst die Frage, warum das junge Ding die schreckenbringenden Festnetzanrufe nicht einfach unbeantwortet lässt und die Privatkommunikation mit ihrem untreuen Knutschfreund nicht auf ihr schick gesponsertes Handy beschränkt. Merke: Wenn sich Plots um elektronische Medien ranken, sind Aktualisierungen angesichts des technischen Fortschritts generell schwierig.

Ferner wundert man sich über gleich mehrere dramaturgisch unschön versandende Handlungsstränge, seltsam dressierte oder ins Flugkoma versetzte Haus-Sittiche sowie zwei Kinder, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen wie debile Roboter mit Dauerheulfunktion inszeniert sind. Erst schlafen sie im grellen Licht, dann stecken sie in einer Kiste.

Das ist alles so verwirrend, dass man darüber fast übersieht, wie elend zäh, klischeehaft und wirkungslos sich das sattsam bekannte Geschichtchen seinem überhasteten Epilog entgegenschleppt.

Nachdem Camilla Belle, deren Talent als Scream Queen stark förderungsbedürftig ist, eine Zeit lang durch die innenarchitektonisch durchaus beachtlichen Wohnräume des Schauplatzes geschlichen ist und auch einen sturmumtosten Ausflug ins verwaiste Gästehaus absolviert hat, steht irgendwann der unbekannte Anrufer vor ihr. Eine wilde Hatz entsteht, an der vorwiegend verblüfft, dass Jill entgegen aller Genregesetze nicht ein einziges Mal sinnlos ins Obergeschoss flüchtet: wie langweilig!



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INHALT

200 Kilometer entfernt vom Tatort eines grausamen Mordes hat die 16-jährige Jill Johnson einen ihrer typischen Abende als Babysitterin. Sie hat die Kinder ins Bett gebracht, als sie von unheimlichen Anrufen heimgesucht wird, bei denen ein Fremder insistiert, Jill solle nach den Kindern sehen. Panik macht sich breit, speziell nachdem sie die Anrufe von der Polizeiverfolgen lässt. Die Anrufe kamen aus dem Haus!
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Eure Kritiken zu Unbekannter Anrufer

  1. BastiFantasti

    Der Film ist nichts besonderes und man sollte auch nichts erwarten. Aber für einen DVD-Abend mit Freunden vielleicht ganz lustig.

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