KRITIK

Über Wasser

Über Wasser Nicht wenige sagen voraus, dass die Kriege der Zukunft ums Wasser geführt werden. Wenn man Udo Maurers Dokumentarfilm sieht, kann man sich bestürzend gut vorstellen, warum. „Über Wasser“ berichtet und heißt der Film, den der Österreicher zusammen mit seinem Landsmann Michael Glawogger („Slumming“) konzipiert und dann an drei beispielhaften Orten realisiert hat.

In Bangladesh ist das Wasser der Feind, es spült das Ackerland fort, und neben manch Interviewtem bricht, während die Kamera läuft, der Rand seines Grundstücks in die Fluten. In Kasachstan ist das Wasser gar nicht mehr da, zumindest nicht in Aralsk, ehemals Hafenstadt am Aralsee, heute ein gespenstisches Kaff in der Wüste. Die trockengelegten Schiffswracks im Sand wirken wie surreale Artefakte, die davon künden, was auch andernorts zu erwarten ist.

Schließlich die Vorhölle im Slum von Nairobi: Es gibt Wasser, aber es ist teuer und wirdillegal zu Wucherpreisen verkauft. Maurers Triptychon passt bestens in die Welle angesagter Globalisierungsdokus und beschert dem Wohlstandsbürger verlässlich die gewünschte Portion Fassungslosigkeit. Nach der jüngsten Flut in Burma ist seine dringliche Aktualität jedenfalls nicht mehr zu leugnen.



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INHALT

Auf den Spuren eines Elements begibt sich Regisseur Udo Maurer auf eine Weltreise. Das Wasser, natürliche Lebensgrundlage, verliert immer mehr an Selbstverständlichkeit. Zwischen Ware und Menschenrecht steht das Lebenselement immer häufiger im Zentrum der Aufmerksamkeit. In immer extremeren Erscheinungsformen - Dürre, Sintflut, Verschmutzung - entwickelt es eine Dramatik, die die Grundfesten der menschlichen Zivilisation erschüttert. Der Film erzählt in drei Geschichten von der existentiellen Bedeutung des Wassers für die Menschheit, Schaupläzue sind Bangladesch, Kasachstans und Nairobi.
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