KRITIK

Turistas

Turistas Ein Paradies aus Sand und Sonne – so hat sich die Gruppe von Twens aus Amerika den Urlaub in Brasilien vorgestellt. Allerdings werden sie schnell eines Besseren belehrt. Nach einem Busunfall findet sich die Clique sich völlig ausgeraubt an einem Strand wieder und wird in das vermeintliche Domizil des Onkels einer Ansässigen „Freundin“ geführt. Leider entpuppt sich das Haus als Touristenfalle und den TURISTAS werden schreckliche Qualen angetan, bei denen sogar HOSTEL geprüfte Zuschauer der kalte Schauer über den Rücken läuft.

Schaut man sich einmal die Filmografie von Regisseur Stockwell an, so findet man den Teeniefilm CRAZY/BEUTIFUL oder das Feel-Good-Movie BLUE CRUSH in der Auflistung. Man muss ihm schon eine gewisse Wandlungsfähigkeit zusprechen, denn wenn man nun einen Blick auf den wirklich bösen TURISTAS wirft, kann man schon sagen, dass er einen bewussten Bruch mit den oben genannten Filmen macht.

Leider kam der Film HOSTEL Stockwell zuvor und so war das US-Boxoffice etwas ernüchternd. Wirklich schade, aber immerhin erscheint nun die DVD bei uns. TURISTAS punktet mit einer tollen Urlaubsatmosphäre, die nach der ersten Hälfte konsequent durch ein eiskaltes Schreckenszenario ersetzt wird. Im Prinzip lässt sich die Spannungskurve mit der von WOLF CREEK vergleichen. Auf Sommer-Sonne-Strandgestöber folgt der blanke Horror. Dieses Konzept erzeugt einen sehr starken Kontrast und bewirkt, dass die letzte Hälfte noch drastischer und schonungsloser wirkt.

Die Schauspieler überzeugen durch genügend Tiefe und Glaubwürdigkeit, so dass man mitfiebert und auch wirklich mitgerissen wird, wenn am Ende das Skalpell geschwungen wird. Bei dem Cast setzt man auf junge unverbrauchte Gesichter, die allerdings nicht frei von Ambitionen sind. D. Askew aus THE HILLS HAVE EYES und M. George dürfte noch aus dem Remake von AMITYVILLE HORROR bekannt sein. J. Duhammel wird im Sommer diesen Jahres in TRANSFORMERS zu sehen sein. Als Fazit kann man sagen, dass TURISTAS wirklich sehenswert ist, ja sogar im Kino hätte er durchaus seine Daseinsberechtigung verdient gehabt.



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INHALT

Für eine sorglose, amerikanische Reise-Clique gestaltet sich die geplante Dschungelexpedition in Brasilien ein wenig abenteuerlicher als gewünscht: Erst steigen sie in den falschen Bus, dann schlittert das Gefährt weitab von jeglichem Tourismus in den Abgrund. Nur gut, dass die Freunde sich in letzter Sekunde retten können und dass es nicht weit vom Unglücksort einen paradiesischen Strand samt gut bestückter Cocktailbar, Volleyballnetz und heißen Chicas gibt. Wen kümmert es, dass der nächste Bus erst in einer Woche kommt. „Carpe Diem!“ ist das jugendliche Motto der gut gelaunten Truppe, zumindest bis zum nächsten Morgen, als man verkatert, ausgeraubt und halb nackt erwacht und schon bald im Netz ganz übler Organhändler strampelt …
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