KRITIK

Tron Legacy 3D

Tron Legacy 3D Joseph Kosinskis Film ist eine Fortsetzung. Und schon das Original war ein Flop: Disney hatte 1980 angestrengt nach einem Weg gesucht, um sich an den nach „Star Wars“ grassierenden Science-Fiction-Boom anzuhängen, und sogar Comic-Star Moebius und „Blade Runner“-Designer Syd Mead für die Ausstattung engagiert. Doch „Tron“ ging unter.

Dennoch war der Sci-Fi-Thriller, der dann 1982 in die Kinos kam, eine Pioniertat. Nicht nur fanden sich in dem sonst weitgehend analog produzierten Film erste längere computergenerierte Sequenzen; auch tasteten sich zum ersten Mal Konzepte wie „Avatare“ und „virtuelle Realität“ in den Mainstream. Durch seinen clever nachkolorierten Look mit schaltkreisähnlich leuchtenden Uniformen und von Lichtleisten umkränzten Kulissen-Ebenen wurde „Tron“ zum Kultfilm der frühen Cyber- und Hacker-Community.

28 Jahre später kommt nun die Fortsetzung in die Kinos. Digital und in 3D. Der stets sehenswerte Jeff Bridges (Oscar für „Crazy Heart“) spielt wieder Flynn, den Hacker, der sich damals in einer virtuellen Computerwelt verlor. Dort, in einem nachtfinsteren Nirgendwo aus Laser-Lichtern und schwebender Architektur, lebt er inzwischen wieder, ein gravitätischer Zen-Zausel, gefangen gehalten von seiner bösen Digital-Version Clu: Auch jene „spielt“ Bridges, digital verjüngt. Clu will mit Cyber-Heeren die Weltherrschaft, auch außerhalb der Bits und Bytes.

Zur Rettung eilt Flynns Sohn (blass: Garrett Hedlund aus „Troja“), und bald geht die „Tron“-Computerspielerei aus Diskuswerfereien, Verfolgungsjagden und wüsten Entmaterialisierungen wieder los. Olivia Wilde aus „Dr. House“ mischt als dekoratives Element ebenso mit wie Michael Sheen (Tony Blair aus „The Queen“) als skurriler Partykönig.

Storymäßig geht der Wiederauflage sehr bald die Luft aus, während die dem Original lose nachempfundene Optik durchaus begeistert. Nostalgische Bedürfnisse werden also bedient – auch durch Kurzauftritte des Original-Stars Bruce Boxleitner. Das 3D aber enttäuscht mal wieder: dunkler und flacher geht es kaum.



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INHALT

21 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden seines Vaters folgt Sam Flynn dem Lockruf eines Pagersignals und wird in die digitale Computerwelt von Tron hineingezogen. Dort hat Clu, das einst von seinem Vater geschaffene Programm, die Macht übernommen, dort verstecken sich auch Kevin Flynn und sein Protegé, das Programm Quorra. Nachdem Vater und Sohn sich wiedergefunden haben, verfolgen sie nur ein Ziel, wollen Tron verlassen. Doch genau das will auch Clu, um seine Diktatur auf die Welt der User auszudehnen.
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Eure Kritiken zu Tron Legacy 3D

  1. Filmpause

    Selten erlebe ich dieser Tage, dass der oft bemühte Satz, man sollte nur den Mund aufmachen und sich zu etwas äußern, dass man auch versteht, so richtig ist wie bei „Tron – Legacy“.

    Wie einst der erste Teil, der das Genre der „Virtual Reality“-Filme erst erschuf und nachhaltig die Vorstellung von einem Cyberspace prägte, setzt die aktuelle Fortsetzung in vielen Bezügen wieder Meilensteine. „Tron – Legacy“ ist ein orgiastische Ode an digitale Parallelwelten: eine Verbeugung an den Nerd und Geek, der 1982 mit der Atari-Konsole bewaffnet, in seinem Kopf Welten erschuf, von denen sonst nur durchgeknallte Wissenschaftler oder Science-Fiction-Autoren träumen konnten. Dass Story-mäßig kein Arthouse-Niveau zu erwarten ist, war abzusehen. Im Vergleich zu einem „Pocahontas im Weltraum-Dschungel, bevölkert mit blauen Riesenschlüpfen“, der mal eben 2,7 Milliarden einspielte und der mit nichts anderem außer der ewigen Leier der bösen Imperialisten, die Naturvöler ausbeuten,aufzuwarten vermag, ist bei „Tron – Legacy“ ein durchaus interessanter wie nicht eindimensionaler Subtext im Bezug auf Religion, Evolution und (gesellschaftskritisch) auch in Richtung totalitärer Regime zu entnehmen.

    Vor allem aber Punktet der visuelle Charakter und der bombastische Score von „Duft Punk“, der all jene, die sich einen Rest ihres 1982er-Alter-Egos bewahrten, für satte zwei Stunden in eine andere Dimension zu entführen vermag.

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