KRITIK

Tribute von Panem, Die – Mockingjay Teil 2

Bild (c) 2015 Studiocanal.

Bild (c) 2015 Studiocanal.

Sie ist alles andere als klug, diese Filmaufsplitterei. Nach Vorbild von „Harry Potter“ und „Twilight“ haben sich auch die Produzenten der „Tribute von Panem“-Filme dazu entschlossen, das Finale ihrer Erfolgsreihe auf zwei Episoden zu verteilen – angeblich, um der Fülle an Material von mehreren Hundert Romanseiten gerecht werden zu können. Aber mal ehrlich, eigentlich geht´s dabei nur ums doppelte Abkassieren.

Dramaturgisch ist das ein Problem. Denn nach den ersten beiden „Hunger Games“-Filmen, diesen dystopischen Teenie-Gladiatorenkämpfen mit Brillant-Besetzung, hing die dritte Ausgabe, der erste „Mockingjay“-Teil, inszeniert von Francis Lawrence, durch: Das war ein etwas müdes In-Stellung-Bringen fürs große Finale, ein kastrierter Zwischenakt. Zusammen mit Teil 2, ebenfalls von Lawrence inszeniert, generiert „Mockingjay“ nun deutlich mehr Sinn und Sog. Neueinsteiger sind rettungslos verloren, denn die Autoren Peter Craig und Danny Strong schmeißen das Publikum sofort in medias res: Ihre Romanverfilmung setzt nahtlos dort an, wo der Vorgänger so unbefriedigend schloss.

SS_D142-42501.dngDie Rebellion der Distrikte von Panem gegen Diktator Snow (sardonisch: Donald Sutherland) wird immer stärker. Katniss Everdeen (grandios: Jennifer Lawrence), die zuvor in zwei Hungerspielen um ihr Leben kämpfte, wird von der selbst ernannten Rebellenführerin Alma Coin (eisig: Julianne Moore) widerwillig als Gesicht der Revolte vermarktet: Sie ist der „Mockingjay“ (deutsch: der „Spotttölpel“). Katniss´ Weg zum Kapitol, durch Betonruinen und Kanalisationstunnel, läuft ab wie neue Hungerspiele: Snow programmiert ihr und ihren Mitkämpfern giftig schwappende Ölfluten und kehlig gurgelnde Untote in den Weg. Ihr gehirngewaschener Ex-Freund Peeta (Josh Hutcherson) gibt dabei zusätzliche Rätsel auf: Ist ihm zu trauen?

Wer die zugrunde liegenden Bücher von Suzanne Collins nicht kennt (wofür sich niemand schämen muss), darf sich auf eine clevere Wendung der Ereignisse freuen, doch auch zuvor gerät das Finale sehr spannend. Mit ihrer beißenden Medien- und Systemkritik, dem grimmigem Ernst und einer Jennifer Lawrence, die flammend intensiv noch die abstrusesten Logiklöcher überspielt, beweist sich die „Tribute“-Reihe als selten gewordener Fall eines Hollywood-Blockbusters, der selbst Teenies noch eine gewisse Restintelligenz zutraut. Schön auch, dass der Film ein allerletztes und sehr amüsantes Wiedersehen mit dem während der Dreharbeiten gestorbenen Philip Seymour Hoffman beschert. Für Fans der Reihe deshalb: sehenswert.

 

Kritikerspiegel Die Tribute von Panem 4 - Mockingjay Teil 2



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Stefan Turiak
WIDESCREEN, triggerfish.de
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Antje Wessels
wessels-filmkritik.com
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Durchschnitt
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem aktuellen Kritikerspiegel.

 



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