KRITIK

Transsiberian

Transsiberian Der Regisseur dieses Eisenbahn-Krimis, Brad Anderson, ist mit der düsteren Schuld-und-Sühne-Parabel „Der Maschinist“ bekannt geworden, die vor allem wegen des körperlichen und psychischen Grenzgangs des Hauptdarstellers Christian Bale und wegen ihres verstörenden Endes im Gedächtnis blieb. Im Vergleich dazu ist „Transsiberian“ wesentlich geradliniger, glatter inszeniert, und dennoch weist auch dieser Film Anderson als exzellenten Erzähler und begabten Genre-Handwerker aus.

Ein gutgläubiges amerikanisches Christen-Pärchen besteigt in China den Transsiberian-Express, woran der Zugfan Roy (Woody Harrelson) noch deutlich mehr Vergnügen hat als seine Freundin Jessie (Emily Mortimer). Bald aber, irgendwo auf verschneitem sibirischem Territorium, gerät der Bahnspaß auch für ihn zum Horrortrip. Die beiden Amerikaner lernen ein spanisches Pärchen kennen, das für erotische Spannungen sorgt, werden obendrein in die Machenschaften eines Drogenhändler-Rings unter Führung des sinistren Grinko (Ben Kingsley) verwickelt und finden sich schließlich in Folterkammern wieder, was auf der diesjährigen Berlinale Kritiker auf den Plan rief, die dem Film die Wiederbelebung von Stereotypen aus dem Kalten Krieg vorwarfen. Alles Unfug.

Regisseur Anderson filmt aus der naiven Perspektive seiner Hauptdarsteller vor grandioser Kulisse eine archaische Geschichte, die weniger ideologisch aufgeladen ist. Sie ist vielmehr purer, existenzieller Thrill.



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INHALT

Nach getaner Missionsarbeit in China machen sich die beiden Amerikaner Roy und Jessie auf eine romantische Reise mit der transsibirischen Eisenbahn. Doch leider sind sie in ihrem Abteil nicht allein. Und so müssen sie sich im Folgenden mit Drogendealern und korrupten Polizisten rumschlagen.
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