KRITIK

Transformers

Transformers Der zweite Teil der „Star Wars“-Reihe heißt „Das Imperium schlägt zurück“. Bei Michael Bays` neuestem Streich müsste man eigentlich titeln „Die Spielzeugabteilung schlägt zurück“. Und genauso wie sein Altersgenosse George Lucas beweist Regisseur und Produzent Steven Spielberg hier einmal mehr, dass er ein goldenes Näschen für kassenträchtige Blockbuster hat. Denn die passende Formel, die er längst verinnerlicht hat, findet hier in diesem Michael Bay Film erneut ihre Anwendung.

Die Hauptdarsteller, die Transformers, sind Spielzeugfiguren des japanisch-amerikanischen Konzerns HASBRO. Das Team um Spielberg und Co. wird die Figuren nun genauso gewinnträchtig über Filme vermarkten, wie es schon Stan Lee und Co. mit den (bzw. seinen) Marvel-Comics vorgemacht hat. Dabei wird die Vermarktungskette nicht nur über das Produkt Film ausgereizt. Georg Lucas hatte es 1977 bereits vorgeführt: Er weiß, wie man Merchandising-Rechte gewinnträchtig einsetzt: Mit seiner „Star Wars“-Hexalogie hatte Lucas nicht nur kräftig an der Kinokasse, sondern viel mehr noch an den Merchandising-Produkten rund um sein Sternenmärchen verdient. Nicht nur aus diesem Grund sollte der Zuschauer bis zum Ende des Abspanns sitzen bleiben. Hier wird detailliert aufgeführt, wer was „beigetragen“ hat. Eine interessante Auflistung. So ist beispielsweise unter anderem zu lesen, dass nicht nur besagte Spielzeuge, sondern auch Kriegsgerät und Fahrzeuge von General Motors im Einsatz waren. Der Pentagon-Vertragspartner erhält hier die Chance, nahezu die gesamte Produktpalette in einem „unterhaltsamen“ Umfeld vorzustellen. Nur kurz zwar, denn wer die Filme des Regisseurs Michael Bay kennt, der wird wissen, dass Bay keinen Effekt auslässt und seine Zerstörungswut keine kreativen Grenzen kennt. Es geht wieder einmal verdammt viel kaputt in einem Michael Bay Film. Der passende Begriff dafür ist wohl „Millitainment“.

Augenscheinlich kommt der Verdacht auf, hier einmal mehr über diese Schiene Rekruten für die US-Armee gewinnen zu wollen. Millitainment als Marketinginstrument? Ob bei der derzeitigen Stimmung in den USA ein „Top Gun“-Effekt eintreten wird, darf jedoch bezweifelt werden. Nur das Motto wird schnell deutlich: „No Sacrifice No Victory“ = „Ohne Opfer kein Sieg“.

Eine Story gibt es aber auch noch in diesem perfekten Popcorn-Schauspiel: Schulversager und Einzelgänger Sam Witwicky (Shia LaBeouf) gerät zwischen die Fronten eines Roboter-Konfliktes. Die „Autobots“ und „Deceptions“ streiten sich um einen sog. Allspark. Eine Art Talisman, der seinem Träger unbegrenzte Macht zur Verfügung stellt. Das Ende der Welt ist wie bei ähnlichen Kämpfen dieser Größenordnung bereits vorbestimmt. Und weil der junge Held diesen Kampf nicht alleine austragen kann, wird ihm die Schöne Mikaela (Megan Fox) zur Seite gestellt. Mikaela kennt sich mit Männern und vor allem Autos gut aus und nimmt dem „schüchternen“ Sam die „Drecksarbeit“ ab.

In einem weiteren Handlungsstrang zeigt die australischstämmige Computerexpertin Maggie (Rachel Taylor) dem Verteidigungsminister (Rumsfeld-Verschnitt Jon Voigt), wie man den Transformers beikommen kann, indem man „normale“ Systeme versagen lässt. Diese beiden Frauenfiguren sind überzeugend besetzt. Die männlichen Figuren müssen hier als Trottel herhalten, die von ihren weiblichen Counterparts „gerettet“ werden. Dieses Klischee mit den blauäugigen Schönen soll das weibliche Publikum augenscheinlich dafür entschädigen, dass es mit ihren männlichen Begleitern eine gute Kondition mitbringen muss, um diese 140-minütige Materialschlacht zu überstehen. Unterhaltung wird so für beide Geschlechter geboten. Ein Novum in einem Blockbuster-Actionfilm. Schade ist nur, dass Michael Bay und sein Drehbuchteam schwarze Darsteller immer als dick und tumb darstellen müssen. Das hat beispielsweise der Autohändler und „Sidekick“ von Rachel Taylor, Anthony Anderson als Glen Whitman, nicht verdient. Bei dem absehbaren Erfolg hätte man diese Klischees vermeiden können.

Mit Transformers beweist Regisseur Michael Bay jedoch einmal mehr, dass er große Produktionen bewältigen kann. Steven Spielberg lässt mit diesem Film sein „Krieg der Welten“-Fiasko (mit Tom Cruise) vergessen. Und wer die sehr ähnlichen Bay-Filme „The Rock“, „Armageddon“, „Pearl Harbour“ und „The Island“ gesehen hat, und vor allem gerne gesehen hat, wird nicht enttäuscht (werden). Wer jedoch anspruchsvolles Kino ohne Klischees erwartet, wird kopfschüttelnd und schwer durchgeschüttelt den Kinosaal verlassen.



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INHALT

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Eure Kritiken zu Transformers

  1. Sneaker

    Wow! Es dröhnt aus den Lautsprecherboxen, Riesenroboter bewegen sich auf der ganzen Fläche der risigen Leinwand, die Musik von Jablonsky schmettert die bedrohlichsten Fanfaren unter die Bilder und Hauptdarsteller La Beouf versucht die Herzen der Zuschauer zu gewinnen, was ihm auch gelingt. Was für eine großartige Unterhaltung. Also, wie bei Idependence Day, Kopf zu, Popkorntüte auf.

  2. Sodawasser

    Super Blockbuster: keine Sekunde Langeweile, dafür aber 100% Action, die es in sich hat!! Hirn ausschalten, genießen, genial!

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