KRITIK

Toy Story 3

Toy Story 3 Ein Kind, das anno 1995 zum ersten Mal ins Kino ging (sagen wir mal: in „Toy Story“), hat heute vielleicht gerade das Abitur in der Tasche und ein Studium vor sich. Das gilt auch für Andy, den menschlichen Spielzeugbesitzer aus Pixars „Toy Stories“, die jetzt, elf Jahre nach dem zweiten Teil, in die dritte Runde gehen: Auch er bereitet sich aufs College vor.

Schön, wenn Filmfiguren mit ihrem Publikum mitwachsen. Schlimm ist das aber für die Spielzeuge um Cowboy Woody und Astronaut Buzz Lightyear: Für sie beginnt die Angst ums eigene Überflüssigwerden. Beim Aufräumen geht es ums Ganze: Mülleimer, Alterssitz auf dem Dachboden oder ein Neuanfang als Spende für die Kindertagesstätte? Die Wahl fällt auf letztere, aber schön wird es dort nicht.

Auch für die „Toy Story“-Reihe ist das ein Neustart: in 3D. Aber angeknüpft wird direkt am Alten und damit bewährten Guten. Das Pixar- Team um Regisseur Lee Unk­rich („Findet Nemo“) durfte sich für die Kita jede Menge neue Spielzeugfiguren ausdenken und mit ebenso viel galligem Witz wie melancholischer Weisheit die bewährten Toy-Themen vom Älter-, Verlassen- und Einsamwerden variieren.

Denn auch wenn es in der Kita zuerst nach einem Spieleparadies aussieht: Mit den groben Kleinkindern ist nicht gut Plastikkirschenessen, und der traumatisierte Kuschelbär Lotso führt ein übles Regiment, aus dem Andys Toys später in „Gesprengte Ketten“-Manier fliehen müssen. Wenn dann noch die Müllverbrennung droht, wird es extrem spannend. Doch die neuen Figuren halten die Stimmung oben: darunter ein Clown mit tragischer Vergangenheit, ein trashiges Barbie- und Ken (mit der deutschen Stimme von Christian Tramitz)-Paar und ein Totoro aus dem Universum des Hayao Miyazaki – womit Pixar dem verehrten japanischen „Chihiro“-Schöpfer seine Reverenz erweist.

„Toy Story 3“ entpuppt sich als kleines Wunder, als emotionales Auf und Ab, dem sich auch Erwachsene kaum entziehen können, mit unzähligen intelligenten Gags in Bild und Wort sowie dezent philosophischer Grundierung. Hier treffen perfektes Bild und perfekte Story zusammen. Der dritte Teil der Spielzeuggeschichte um Woody und Co ist besser als die ersten beiden Teile. Absolut Sehenswert.



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INHALT

Der Moment des Abschieds ist gekommen: Andy ist den Kinderschuhen entwachsen und macht sich bereit, aufs College zu gehen. Für sein stets getreues Spielzeug hat er keine Verwendung mehr. Andys Mutter spendet die Spielsachen der Kindertagesstätte Sunnyside. Doch dieses angebliche Paradies entpuppt sich nach zuerst freundlicher Aufnahme durch die alteingesessenen Spielzeuge bald zum Gefängnis für die Freunde. Ein ausgeklügelter Ausbruchsplan wird ausgearbeitet.
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Eure Kritiken zu Toy Story 3

  1. Robert Kohls

    Nicht ganz so lustig wie die ersten beiden Teile, aber dafür umso spannender!

    Unterhaltung garantiert!

  2. Udo

    Hier gibt es nur eine Bewertung: Meisterwerk! Jeder sollte sich diesen Film ansehen! Das meinen auch die vielen Filmkritiker bei rottentomatoes.com mit einer unglaublichen Bewertung von 99 Prozent. Klasse. Pixarhat sich mit einer herzerweichenden Story und tollen animierten Bildern mal wieder selbst übertroffen. Nicht verpassen!

  3. RobbyTobby

    Ihr habt Recht! Ich gebe sogar 10 von 10 Punkten. Hier stimmt wirklich alles. Reingehen!

  4. Eliza

    Auch mit der ganzen Familie ein großes Vergnügen- der beste aller Toy Story-Filme. Nicht verpassen!

  5. nina

    toll, toll, toll! der film, wie auch eure kritik – die trifft’s auf den punkt! danke!

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