KRITIK

Tortuga – Die unglaubliche Reise d Meeresschildkrö

Tortuga - Die unglaubliche Reise d Meeresschildkrö Drei Tage braucht die Unechte Karettschildkröte nach dem Schlupf, um sich aus dem Sand von Florida emporzugraben, dann begegnet sie bereits den ersten Fressfeinden: Pelikanen und Krabben. Sofern sie überlebt, begibt sie sich auf eine 25-jährige Reise durch den Atlantik, bis sie, wieder am Geburtsort angelangt, neue Eier legt. Ein Zyklus nach innerem Kompass, dem sie seit 200 Millionen Jahren folgt.

Der BBC-Filmer Nick Stringer hat Schildkröten auf den verschiedenen Stationen ihrer Reise gefilmt. Seine Bilder – ob von der Schildkröte und ihren „Reisegefährten“ auf jenem Seetang-Teppich, mit dem sie den Golfstrom entlangbrausen, ob von der zugemüllten Sargasso-See oder aber vom Sturm-Inferno im Nordatlantik – diese Bilder sind unbedingt sehenswert.

Doch Stringer war schlecht beraten, dem hammerharten Vermenschlichungs- und Verniedlichungszwang zu gehorchen, der seit der „Reise der Pinguine“ als Erfolgsrezept für Tierfilme gilt. Da kitscht ein triefiges Bombast-Orchester hemmungslos drauflos, und Hannelore Elsner raunt in einem aufdringlichen Dauer-Off-Kommentar von schützenden Schildkröten-„Ahnen“ und anderen mystischen Projektionen. Das nervt. Der Ausweg? Den Filmvorführer bitten, statt des Originaltons doch lieber eine Meeresrauschen-CD laufen zu lassen.



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INHALT

Tier-Dokumentation von BBC-Filmer Nick Stringer über ein Karettschildkrötenweibchen, das nach dem Schlüpfen auf einer langen (Lebens-)Reise beim Umrunden des Atlantiks begleitet wird, bis es schließlich selbst Mutter wird.
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