KRITIK

Too Much Flesh

Too Much Flesh 1999 hatte Jean-Marc Barr ein romantisches Drama namens Lovers verfilmt, dass unter den strengen Regeln der dänischen DOGMA-Bewegung den Ursprung einer Trilogie zum Thema „Freiheit“ bilden sollte. Lovers war der erste DOGMA-Film außerhalb Skandinaviens. Doch das bemerkenswerte Regiedebüt stieß nicht bei allen Dogmatikern und Fans dieser Bewegung auf breite Zustimmung.
„Too Much Flesh“ ist nun das mittlere Stück von Barrs und Co-Regisseur Pascal Arnolds ambitionierter „Freetrilogy“ (deren Abschluss „Being Light“ bilden soll). Leider mißlingt aber der zweite Teil ihrer Trilogie. Er besitzt weder die Radikalität der anderen DOGMA-Filme noch deren zum Teil bemerkenswert selbstironische Leichtigkeit. Trotz einigen ansprechend geratenen Szenen bleibt „Too Much Flesh“ mit seinem Anliegen, dem Zuschauer eine befreite Lust nahezubringen, unbeholfen und schwerfällig und drängt sich dabei unangenehm auf. Der Film wirkt mehr wie ein Jean-Marc Barr Lustspiel mit seiner Filmpartnerin Èlodie Bouchez, mit der er auch schon „Lovers“ zusammen inszenierte. Für ihre konstruierte Geschichte haben Jean-Marc Barr und Pascal Arnold einen Aufhänger gewählt, der zu grotesk ist, um ins Bild gerückt zu werden, was sie denn auch tunlichst vermeiden: Der Filmtitel «Too Much Flesh» bezieht sich auf den angeblich zu grossen Penis des Farmers Lyle. Christian Gertz



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Amy und Lyle Newkirk sind seit fünf Jahren verheiratet. Kinder haben sie nicht, die Ehe wurde von ihren Eltern arrangiert und machte sie zu Besitzern fast des gesamten umliegenden Farmlandes der Kleinstadt Rankin in Illinois. Amy drängt Lyle schon seit längerem zu einer Samenspende, um endlich das gesellschaftlich geforderte Kind zu bekommen. Doch ihr erst 35-jähriger Ehemann weigert sich standhaft. Er pocht auf die Erfüllung der ehelichen Pflichten seiner Frau, doch Amy, die sich einzig der reinen Trauer um einen anderen, und zwar verstorbenen Mann hingibt und Lyle nur genommen hat, weil sie - wie offenbar die gesamte Einwohnerschaft von Rankin in Illinois, inklusive Lyle - bereitwillig einer Freundin Glauben schenkte, Lyle sei eben in besagter Hinsicht zu fleischig und daher zu keinem Akt fähig, kann und möchte diesen Wunsch nicht erfüllen. (Es wird dem Publikum einiges zugemutet.)
Unterdessen erlebt Rankin voller Stolz den Besuch von Vernon Douglas, einen früheren Schulfreund Lyles, der als Autor in L.A. lebt und vor kurzer Zeit sein erstes Buch veröffentlicht hat. Er wird von der jungen Französin Juliette begleitet, einer sehr launischen Pariserin, die der junge Erfolgsautor auf einer Promotiontour kennengelernt hat. Ihr erstes Treffen nutzen Lyle, Vernon und Juliette gemeinsam mit Lyles Onkel zu einer Autofahrt. Wie in alten Tagen erzählen sich Vernon und Lyle, was aus den Schulfreunden von damals geworden ist. Man verabredet für abends ein Treffen in der Kneipe...
Doch aus der Wiedersehensfeier wird eine Trauerfeier. Vernon ist auf Grund der langweiligen Umgebung in schlechter Stimmung und bricht frühzeitig auf. Juliette beschließt zu bleiben und wird später von Lyle nach Hause begleitet. Der Heimweg führt über ein Maisfeld... Aus einer belanglosen Heimfahrt wird ein heftiger Liebesakt, der den völlig unerfahrenen Lyle vollkommen verändert. Aufgeregt erzählt er dieses Erlebnis seiner verschlossenen Ehefrau. Doch Amys Begeisterung hält sich - zu Lyles Erstaunen - in Grenzen. Sie versucht, die Geschehnisse zu ignorieren und das gewohnte Leben fortzusetzen.
An einem der nächsten Tage laden Vernon und Juliette Lyle und Amy zum Baden ein. Da Amy sich weigert, setzt sich die "Menage a trois" an einem Baggersee fort. Juliette und Lyle kommen sich wieder näher, was sich immer mehr zu einer innigen Beziehung entwickelt, mit der nicht Ehefrau Amy, sondern vor allem die Kleinstadt Rankin große Probleme hat...
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*