KRITIK

Tödliche Versprechen – Eastern Promises

Tödliche Versprechen - Eastern Promises Es ist eine biblische Gangster-Geschichte, die der kanadische Regisseur David Cronenberg aus dem London der Gegenwart erzählt, von alttestamentarischer Härte befeuert, vom Glauben an Erlösung getragen.
Naomi Watts spielt die Hebamme Anna, die kurz vor Weihnachten das Baby einer erst 14-jährigen Drogensüchtigen entbindet. Die Mutter stirbt bei der Geburt und hinterlässt nur ein auf Russisch verfasstes Tagebuch, das, wie Anna herausfinden wird, vom bitteren Schicksal einer Zwangsprostituierten erzählt und sie in die Halbwelt eines russischen Restaurants führt, wo der Patriarch Semyon (Armin Mueller-Stahl) mit Güte und Gewalt zugleich regiert.

Anna trifft dort auch Semyons psychopathischen Sohn Kirill (Vincent Cassel), das Sorgenkind der Familie, sowie den loyalen, undurchsichtig-anziehenden Chauffeur Nikolai (Viggo Mortensen), der als Mann fürs Grobe fungiert und gerade an seinem Aufstieg innerhalb der streng hierarchischen Russenmafia arbeitet. Hier sind die Männer zu finden, die den Tod der Namenlosen auf dem Gewissen haben.

Cronenberg zeichnet ein nachtfinsteres Paralleluniversum, eine archaische Bruderschaft und abgeschottete Community inmitten der britischen Metropole, eine homoerotische Vereinigung der Russen-Mobster, die sich homophob, rassistisch, frauenverachtend und kaltblütig gebärden und deren Gefängnistätowierungen ihre Lebensgeschichte erzählen.

Ein glänzend gespielter Film, der wie zuvor schon Cronenbergs „A History of Violence“ von einer Gesellschaft erzählt, die sich durch Gewalt konstituiert und definiert – eine Welt aus Borschtsch und Blut. Grell bricht in diesem Körperkosmos die Brutalität hervor, manche der Szenen sind schwer erträglich, aber eben nicht spekulativ. Cronenberg und sein Drehbuchautor Steve Knight erzählen, symbolisch und mythisch aufgeladen, von Schuld und Vergeltung, von Gnade und Gerechtigkeit – so ernsthaft, dass ihr Drama direkt unter die Haut geht.



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INHALT

Die Londoner Hebamme Anna (Naomi Watts) muss mit ansehen, wie ausgerechnet an Weihnachten ein junges unbekanntes Mädchen bei der Geburt ihres Kindes stirbt. Anna entschließt sich dazu, sich auf die Suche nach Familie und Identität der Toten zu begeben. Schnell gerät sie in die finsteren Kreise von Prostitution, Menschenhandel und Pornografie. Das Geschäft wird von der berüchtigten Russen-Mafia kontrolliert, an dessen Spitze Nickolai (Viggo Mortensen) steht, gegen dessen Gangster-Familie Anna Beweise in die Hände gefallen sind.
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Eure Kritiken zu Tödliche Versprechen – Eastern Promises

  1. Holi

    Tatsächlich ein nur durchschnittlicher Film. Teilweise mit Längen, teilweise weiß der Film nicht, welche Geschichte er verfolgen bzw erzählen soll. ich war nach dem grandiosen „History of..“ sehr gespannt, bin jetzt allerdings schon ein wenig enttäuscht.

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