KRITIK

Things We Lost in the Fire

Things We Lost in the Fire Wie schnell alles vorbei sein kann, das muss man verdrängen, sonst lässt es sich nicht leben. Deswegen ist es so schmerzhaft und scheint es so unmöglich, nach einer Katastrophe in die Normalität zurückzufinden. Susanne Biers erster englischsprachiger Film erzählt von einer Frau namens Audrey (Halle Berry), deren Existenz unversehens erschüttert wird und die keine Gewissheit mehr kennt.

Audreys Mann Brian (David Duchovny) wird, während er Eis für die Kinder holt, Zeuge eines gewalttätigen Streits zwischen einem Paar. Er will schlichten und wird erschossen. Dass Brian sozusagen einen Heldentod stirbt, weil er einer Frau beizustehen versucht, das ist vielleicht ein bisschen zu viel des Guten, ein wenig zu sehr Hollywood. Aber es fällt danach nicht mehr ins Gewicht, denn die dänische Regisseurin („Open Hearts“; „Nacht der Hochzeit“) erzählt die Geschichte des zerstörten Lebens der anderen mit einer Wucht, wie man sie selten sieht.

Audrey, von Halle Berry mit herzzerreißend stiller Verzweiflung und Verletzlichkeit gespielt, ist nun also Witwe mit zwei Kindern, und sie bittet Brians besten Freund Jerry (Benicio Del Toro), vorübergehend bei ihr einzuziehen. Sie konnte Jerry nie leiden, denn er ist ein Junkie, und Brian war der einzige, der sich noch um ihn kümmerte, sehr zum Missfallen Audreys. Nun aber ist dieser Gescheiterte ihre letzte Verbindung zum toten Ehemann. Benicio Del Toro, verleiht ihm eine trotzige Würde, zeigt bewegend Jerrys Kampf zwischen Aufstand gegen die Sucht und Absturz ins Bodenlose. Es sind zwei Ertrinkende, die sich da aneinander klammern und mit allen Mitteln versuchen, nicht unterzugehen.

Immer wieder schafft Bier Szenen von nachhallender Intensität: Wenn etwa Jerry Audreys Sohn dazu überredet, endlich seine Scheu zu überwinden und im Schwimmbad mit dem Kopf unter Wasser zu tauchen – etwas, das Brian nie gelang, und eigentlich, so Audrey unter Tränen, hätte doch ihm dieser Moment gehört.



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INHALT

Der Tod ihres Mannes reißt eine klaffende Lücke im Herzen von Audrey Burke auf. Der couragierte Versuch, einem Gewaltopfer beizustehen, kostete Brian das Leben. Ausgerechnet sein heroinabhängiger Freund Jerry Sunborne will ihr und den beiden Kindern in dieser schweren Zeit nun beistehen. Der ehemalige Anwalt zieht bei ihr ein, womit sich beide gegenseitig einen gewissen Halt geben können.
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Eure Kritiken zu Things We Lost in the Fire

  1. Manni

    Guter Film. Gute Darsteller.

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