KRITIK

The Spirit

The Spirit Wie die meisten Superhelden hat auch The Spirit ein bürgerliches Vorleben. Denny Colt hieß einst der Mann, der heute als Schattengestalt mit Zorro-Maske und roter Krawatte durch die nächtlichen Häuserschluchten der Metropole Central City geistert, und er war Polizist. Colt sei im Dienst ums Leben gekommen, so dachte man in der Stadt, aber es hielt ihn, einer Chemikalie sei dank, nicht im Grab. Die Graphic Novels aus den 40er Jahren, in denen Will Eisner die Figur des Spirit erfand, erzählen auf vielen Ebenen von der Unsterblichkeit – und die bedeutet mehr Fluch als Segen.

Frank Miller hat diese Comics jetzt verfilmt, und er verpasst den Bildern jenen furios stilisierten Look-Mix aus realistischem Ambiente und comichafter Überzeichnung, der schon seine Adaption der eigenen Vorlage „Sin City“ zu einem visuellen Vergnügen machte. Die Story allerdings fällt gegenüber der Ästhetik ein bisschen ab. The Spirit (Gabriel Macht), der eine magnetische Anziehungskraft auf die Frauen ausübt und gleichermaßen von der schönen Ärztin Ellen Dolan (Sarah Paulson), der undurchsichtigen Sand Saref (Eva Mendes) sowie seinem Todesengel Lolerei Rox (Jamie King) begehrt wird, nimmt den Kampf gegen den Finsterling Octopus (Samuel L. Jackson) und dessen durchtriebene Assistentin Silken Floss (Scarlett Johansson) auf. Octopus strebt nach dem ewigen Leben, wofür er Jagd macht auf eine Amphore mit dem Blut des Herkules.

Regisseur Miller spult diese Hatz mal mehr, mal weniger einfallsreich ab, wobei die harte Film-Noir-Atmosphäre, die er aus Eisners Vorlage überträgt, durchaus stimmig wirkt. Und immerhin findet „The Spirit“ zu einem erzählerischen Höhepunkt in einer wilden Travestie-Szene, in der Octopus und Floss dem an einen Zahnarztstuhl gefesselten Helden in Naziuniformen erscheinen und einen bizarren Mythen-Bogen von der Antike bis zur Gentechnik schlagen – schillerndes Unsterblichkeitstheater.



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INHALT

Kaum ist ein junger Cop als mysteriöser "Spirit" von den Toten wieder auferstanden, schon gibt es reichlich Arbeit: Nicht nur muss er aus der Schattenwelt das wuchernde Verbrechen in Central City bekämpfen. Auch sein Erzfeind, der eiskalte Killer Octopus verfolgt fatale Ziele. Indem er seine eigene Version der Unsterblichkeit entwickelt, will er die Stadt auslöschen. Spirits Mission wird von einer ganzen Schar heißer Frauen gefährdet.
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Eure Kritiken zu The Spirit

  1. Udo

    Meine hohen Erwartungen wurden nicht erreicht. Dieser Frank Miller Film sieht zwar in allen Belangen sexy aus, doch der INhalt bleibt blass wie das Gesicht des Hauptdarstellers. Schade. Ich bin gespannt auf Sin City 2.

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